Beobachtungsobjekte im Januar 2020

Mondphasen

Das erste Viertel wurde am 3.1.20 erreicht. Am 10.1.20 ist Vollmond. Am 17.1.20 ist der Mond im letzten Viertel zu sehen. Neumond ist am 24.1.20.

Mond am 12.4.19 um 22h24 mit 4″ FH

Feldstecherobjekte im Januar 2020

M 41 oder NGC 2287 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild „Grosser Hund“. Zu finden ist er 4 Grad unter dem Sirius, der Hauptstern des Sternbildes. Das Alter dieses Objektes ist etwa 200 Millionen Jahre. Der Abstand beträgt 2300 Lichtjahre. Mit einem 50 mm Feldstecher kann man bereits einige Sterne erkennen des etwas verwaschen wirkenden Sternhaufens im Sternbild „Groser Hund“. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 4,5, daher mit blossem Auge schon erkennbar bei dunklem Himmel. Mit grösseren Feldstechern (ab 80 mm Öffnung) sind diverse der circa 100 Sterne dort erkennbar. Bereits 1654 wurde das Objekt beschrieben.

M 42 oder NGC 1976 (der Orionnebel) ist ein Emissionsnebel im Sternbild Orion. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 4 und daher mit blossem Auge als Nebelflecken erkennbar bei gutem Himmel mit einer Ausdehnung von 1 Grad am Himmel. Die Entfernung beträgt 1350 Lichtjahre. Selbst mit kleineren Feldstechern (30-50mm Öffnung und 10-facher Vergrösserung) lassen sich einige Details erspähen. Das Alter ist circa 3 Millionen Jahre.

M42 am 17.2.18 mit 500mm

Deep sky tour

NGC 1499, der sogenannte Californianebel (Gasnebel), ist zu finden im Sternbild Perseus. Die Abmessungen betragen 160’x 40‘ am Himmel. Die scheinbare Gesamthelligkeit beträgt Mag 5 und ist damit eventuell leicht mit blossem Auge erkennbar bei sehr dunklem Himmel. Klappen sollte es mit einem Teleskop/Feldstecher (ab 60 mm Öffnung und einem Filter in Hß). Einzelheiten werden mit einem Teleskop ab 20 cm Öffnung und Hß Filtern erkennbar. Ab 30 cm Öffnung und Hß Filtern sind diverse Details und Schattierungen erkennbar. Die Entfernung beträgt 1300 Lichtjahre. Ab 20h ist eine gute Beobachtungszeit. Entdeckung war bereits im Jahre 1885 von E. Barnard.

NGC 1499 am 18.2.18 mit 500mm

Meteore im Januar 2020

Die  Quadrantiden (010 QUA) sind im Januar (01-12.1.20) mit Maximum am 4.1.20 zu sehen, der sogenannte Radiant ist im Sternbild Bootes. Mit etwa 41km/sec Eintrittsgeschwindigkeit in die Atmosphäre haben sie eine mittlere Geschwindigkeitsrate. Am besten zu beobachten sind diese zwischen 0h und 6h morgens mit einer Anzahl der Objekte pro Stunde von (60/h-200/h). Ursprung ist wahrscheinlich der Komet 96P/Machholz.

Aufsuchkarte Quadrantiden im Januar 2020


Planeten im Januar 2020

Der Mars ist ein Planet des Morgenhimmels. Am 1.1.20 ging der Mars um 5h auf bei einer Helligkeit von Mag 1.6. Mit nur 4.8“ Durchmesser sind daher kaum Details auf seiner Oberfläche im Teleskop erkennbar in diesem Monat.

Jupiter ist im Januar ein Planet der zum Ende des Monats wieder sichtbar sein wird mit einer Helligkeit von Mag -1.9. Damit wird er aufgrund seiner Helligkeit sichtbar sein am Morgenhimmel ab dem 25.1.20 ab circa 7h10.

Der Ringplanet Saturn ist im Januar nicht zu beobachten da er am Taghimmel steht.

Der Neptun zieht sich vom Abendhimmel zurück. In einem Teleskop ist er zu finden im Sternbild Wassermann für geübte Beobachter bis eventuell Mitte Januar. Der Planet erscheint bläulich in einem Teleskop mit einer Helligkeit von Mag 7.9.

Uranus ist in diesem Monat gut die erste Nachthälfte zu beobachten im Sternbild Fische. Mit einem Feldstecher ist der Planet bei einer Helligkeit von Mag 5.8 zu finden und erscheint grünlich im Feldstecher/Teleskop. Zu Monatsbeginn erfolgt der Uranus Untergang unter den Horizont um 2h44, Ende des Monats bereits um 0h47.

Die Venus kann im Westen abends beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.1. Der Durchmesser beträgt noch 15‘‘ und erscheint als leicht rundliche Venusscheibe. Der Beleuchtungsgrad ist ca. 75%. Am 31.1.20 erfolgt der Untergang um 20h53 unter den Horizont.

Merkur ist in diesem Monat nicht zu beobachten. Mit Glück ist er Ende des Monats am Abendhimmel kurz auszumachen. Am 28.1.20 geht er um 18h07 unter den Horizont.

Asteroid/Planetoiden im Januar 2020

Davida (511). Im Feldstecher ist der Asteroid einige Stunden in der Nacht zu beobachten. Die Helligkeit ist von Mag 9.6 bis Mag 10 im Sternbild Zwillinge. Sie benötigen einen guten Feldstecher ab 60mm Öffnung zur direkten Beobachtung.

Veränderliche Sterne

Bei Veränderlichen Sternen des Typs DELTA CEPHEI, benannt nach dem hellen Prototypen im Sternbild Cepheus, handelt es sich um pulsierende Sterne. Der Cepheiden Veränderliche Zeta Geminorum mit einer Helligkeit von Mag 3.6 – 4.2 und einer Periode von P=10.15 Tage variiert um Mag 0.6. Man sollte zweimal pro Nacht die Unterschiede schätzen, oder besser messen, zur Erstellung einer Lichtkurve. Zu finden ist der Stern im Sternbild Zwillinge.

Beispiel der Lichtkurve

Streifende Sternbedeckungen des Mondes

Am 9.1.20 abends überstreift der Mond den Stern My Geminorum im Sternbild Zwillinge. Die Eintritt beginnt um 18h und endet um 18h53  mit einer Helligkeit von Mag 2.9 des Sterns. Der Mond ist an diesem Tag zu fast 98% beleuchtet, daher wird der Austritt des Sterns eher schwierig zu beobachten sein.

Sternbedeckung während der MoFi 21.1.19 . Aufnahme 5h44 MEZ des Sterns HIP39869. Der Stern, welcher durch den Mond bedeckt wurde, war HIP39869 mit einer Helligkeit von 8,5 mag


Kometen

Der Komet C/2017 T2 (PanSTARRS) bewegt sich im Sternbild Perseus Richtung Westen. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 60-70 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 9.5. In dem Zeitraum vom 25-30.1.20 gibt es ein Aufeinandertreffen mit dem Doppelsternhaufen h und chi im Perseus mit nur ¼ Grad scheinbarer Distanz am Sternenhimmel.

Aufnahme 6.12.19 C/2017 T2 (PanSTARRS)


Mond Halbschattenfinsternis

Am 10.1.20 ereignet sich eine Halbschattenfinsternis des Mondes zwischen 18h06 und 22h14 MEZ. Dabei taucht er zu circa 92% seines scheinbaren Durchmessers in den Halbschatten der Erde ein. Dieses Ereignis ist eher nicht so auffällig und schwieriger zu beobachten. Die sogenannte Südkalotte zeigt dabei einen leichten Grauschleier und sollte in einem Feldstecher zu beobachten sein.

Ablauf der Halbschattenfinsternis am 10.1.20

Sonne

In den kommenden Monaten wird die sogenannte Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf niedrigem Niveau verweilen. Was ist die sogenannte Sonnenfleckenrelativzahl ?

Als Relativzahl definierte der Astronom Rudolf Wolf eine Zahl die „dem Fleckenstande proportional sein soll“. Durch das Zählen der Flecken und Fleckengruppen ist sie ein Maß für die Sonnenaktivität und wird heute „Wolf’sche Relativzahl“ genannt, um sie von anderen Zählweisen abzugrenzen.

Die Wolf’sche Relativzahl (R) ist so definiert:

R = 10g + f wobei….

g = Anzahl der Sonnenfleckengruppen; f = Anzahl der Umbren in allen Fleckengruppen sind.

UR