Beobachtungsobjekte Juli 2020

Mondphasen

Vollmond wird am 5.7.20 sein und das letzte Viertel ist am 13.7.20. Neumond ist dann am 20.7.20. Das erste Viertel wird am 27.7.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im Juli 2020

NGC 7160 (New General Catalogue) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Kepheus. Die scheinbare Helligkeit des Sternhaufens ist Mag 6.1 und die Winkelausdehnung etwa 5’x 5‘ am Himmel. Einige der Sterne darin sind in einem kleinen Feldstecher (7×40-50mm) sichtbar. Die Entfernung ist circa 2600 Lichtjahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 21h53m42.00s und Dek= +62°35’60.0″. Das Objekt wurde 1787 von W. Herschel entdeckt.

M92 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit einem 7x50mm Feldstecher im Sternbild Herkules beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.3. Man findet M92 genau 6,3° nördlich des Sterns π Herculis. M92 enthält viele Sterne (ab 15x100mm Öffnung des Feldstechers sind erste einzelne Sterne erkennbar). Die Entfernung ist 26000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 14‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=17h17m07s und Dek= +43° 08′ 11″. Das Objekt wurde bereits 1777 von J. Bode entdeckt und 1781 von C. Messier „entdeckt“ und katalogisiert.

Deep sky tour

NGC 6804.Im Sternbild Adler befindet sich der Mag 12.0 helle planetarische Nebel (PN) dieses Sternbildes in 2600 Lichtjahre Entfernung. Der zentrale Stern hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 14. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 1‘. Die Entfernung beträgt 2900 Lichtjahre. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1791 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=19h 31m 35s und Dek= +09 Grad 13‘ 31“. Er liegt nur rund 1° von einem weiteren hellen PN entfernt (NGC 6803).

Meteore im Juli 2020

Die α-Capricorniden (001 CAP) sind vom 03.07 bis 15.8 aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt bei α = 307◦, δ = -10◦. Das Maximum wird um den 29.7.20 erwartet. Die Anzahl der Objekte wird mit 5/h (ZHR) angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher „langsam“ in die Atmosphäre mit 23km/sec. Von mittleren nördlichen Breiten ist der Radiant während der gesamten Nacht über

dem Horizont. Für 001 CAP gilt der Komet 45P/Honda-MP als der Ursprungskomet. Aufgrund der relativ kleinen Eintrittsgeschwindigkeit erscheinen die Objekte als langsam am Himmel.

Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im Juli 2020

Der Mars erscheint vor Mitternacht in den Sternbildern Walfisch und Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -1.1 an. Marsaufgang am 01.7.20 ist bereits um 0h00m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nun 15“ und ist zu ~86.% beleuchtet.

Jupiter ist im Juli ein Planet der die ganze Nacht zu beobachten ist im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 14.7.20 um 20h14 auf. Die Helligkeit ist Mag -2.7, der scheinbare Durchmesser ist circa 47.6“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die ganze Nacht. Am 1.7.20 geht der Ringplanet um 21h28m über den Horizont, am Monatsende um 19h24m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.1. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 18.5“. Der Ringdurchmesser circa 41.9“. Der Ring des Saturn ist 21°7 geöffnet.

Der Neptun ist im Juli mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann ab kurz vor Mitternacht zu beobachten. Am 1.7.20 geht der Planet um 23h25 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im Juli im Sternbild Widder am Morgenhimmel beobachtet werden. Am 1.7.20 geht er um 0h58 auf. Eine Stunde später ist er dann gut zu sehen. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.5“.

Die Venus kann im Nordosten morgens beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.7. Am 15.7.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 1h57 über den Horizont. Der Durchmesser geht von 44“ auf 28“ zurück zum Ende des Monats. Gegen Ende Juli ist die Venusscheibe zu 43% beleuchtet.

Merkur taucht Ende Juli (ab 24.7.20) am Morgenhimmel im NO auf. Am 24.7.20 geht er um 3h08 über den Horizont bei einer Helligkeit von Mag 0.3 bis -0.8 zum Ende des Monats. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt 6.8“ – 7.7“. Die Phase beträgt dann 38.8%.

Asteroid/Planetoiden im Juli 2020

(7) Iris. Im Juli ist Iris um Mitternacht herum gut auffindbar. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~9.0 – 9.6 im Sternbild SGR (Schütze). Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 60mm – 100mm) zur direkten Beobachtung.  Anfang Juli ist sie um 1h18 am höchsten über dem Horizont in diesem Monat. Am 10.7.20 sind die Koordinaten: RA=18h 15m 13.4sec und Dec=-20 Grad 23‘ 46“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 3.7.20 um 00h30 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern U Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger handelt es sich um einen kurzperiodisch bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 5.9 – 6.6. Die Periode ist P=1.677 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Bedeckung dauert nur 6.5 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Die Koordinaten sind RA=17h 16m 31s und Dec= +1Grad 12‘ 38“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 8.7.20 ab 01h29 Eintritt des Sterns HIP106723 (Mag 4.5), der Positionswinkel ist 67 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.91- (abnehmende Phase). Austritt ist dann um 2h47 mit einem Positionswinkel von 257 Grad.

Kometen

Der Komet C/2019 U6 (Lemmon) bewegt sich vom Sternbild Löwe in die Jungfrau und dann ins Haar der Berenike. Er ist am Abendhimmel dann zu bewundern. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 40 – 50 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.2 – 7.4. Am 10.7.20 steht er circa 17 Grad über dem Horizont am Ende der bürgerlichen Dämmerung.

Besondere Ereignisse im Juli 2020

NLC- Leuchtende Nachtwolken. Im Juli sind wahrscheinlich wieder leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Diese entstehen in circa 83-85Km Höhe und können gut visuell beobachtet werden oder mit Feldstechern. Fotoaufnahmen sind möglich zum Beispiel mit DSLR Kameras mit kurzer Brennweite von circa 18-35mm und Belichtungszeiten von 10-25 sec bei ISO 800 – 1600 je nach Qualität des Himmels. Dabei sieht man zirrusähnliche Gebilde die über dem nördlichen, NW oder NO Himmel zu sehen sind.

Am 9.7.20 befindet sich die Venus morgens gegen 4h in den Hyaden (Melotte 25).

Am 17.7.20 bilden die Venus, der Mond und der Stern Aldebaran im Osten ein Dreieck welches von den Plejaden (M45) und Melotte 25 umrahmt wird.

(925) Alphonsina. Falls Sie am 13.7.20 um ~3h26 im NO von Hessen sind könnten Sie beobachten wie der Asteroid 925 den Stern TYC 1725-00707-1 bedeckt für einen Zeitraum von ~4sec. Die Helligkeit des Objekts wird um etwa Mag 3.1 fallen in dem Zeitraum. Der 925 hat zu dem Zeitpunkt eine Helligkeit von Mag 13.6 und der Stern TYC von Mag 10.6. Dieser Stern TYC befindet sich innerhalb eines Rechteckes im Sternbild Pegasus. Zur Beobachtung benötigen Sie allerdings ein Teleskop ab einer Öffnung von 300mm.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Venusbedeckung durch den Mond 19.6.20

Im Rahmen der Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.20 trafen sich früh morgens zwei Mitglieder der Sternwarte zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren dieses Ereignisses bei einer „Aussensternwarte“. Ziel war es dabei den „Kontakt“ der Venus und des Mondes mittels eines Newton mit 8“/800mm festzuhalten. Die verwendeten technischen Daten waren ISO100 mit 1/1600 Sekunde. Zur visuellen Beobachtung diente ein „alter“ C5. Verschiedene Filter zur Kontraststeigerung wurden eingesetzt. Anbei die Ergebnisse.

Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20

UR/TD

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Textfeld: Abbildung  1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca
1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca

Leuchtende Nachtwolken (NLCs – noctilucent clouds) waren noch vor wenigen Jahren ein Phänomen, das eher in spezialisierten Kreisen bekannt war. Mehr und mehr wird jedoch in den sozialen Netzwerken und öffentlichen Medien daüber berichtet. Da für uns Hobbyastronomen die Wochen um Mittsommer in hiesigen Breitengraden keine dunklen Nächte bereitstellen, ist die Beobachtung von NLCs eine alternative Tätigkeit, weshalb auch in astronomischen Foren regelmäßig über NLC-Sichtungen berichtet wird. Seit einigen Jahren weisen wir im Rahmen unserer Öffentlichen Abende regelmäßig auf diese Erscheinungen hin.

Die Erdatmosphäre

2: Die Schichten der Erdatmosphäre. Quelle: meteo.fisica.eu.uy


Die Erdatmosphäre teilt sich in verschiedene Schichten:

 Die Troposphäre ist die Schicht, in der sich das Wettergeschehen abspielt. Sie ist konvektiv durchmischt und enthält viel Wasser. Durch adiabatische Konvektion sinkt die Lufttemperatur mit steigender Höhe. Dadurch kondensiert das Wasser mit zunehmender Höhe aus, bis in der Tropopause (je nach Breitengrad und Jahreszeit in ca. 10 bis 15 km Höhe) ein Temperaturminimum erreicht wird.

 In der darüberliegenden Stratosphäre wird die Temperatur zunehmend durch Absorption von UV-Strahlung (Ozonbildung) bestimmt. Mit steigender Höhe nimmt die Temperatur daher wieder zu. Das Temperaturminimum der Tropopause  bildet eine natürliche Barriere für Wasserdampf, weshalb die Stratosphäre sehr trocken ist und stratosphärische Wolken nur in Ausnahmefällen beobachtet werden können (Polare Stratosphärenwolken).

 Die Stratopause bildet die Grenze zur Mesosphäre, hier nimmt die Absorption von UV-Licht durch Sauerstoff aufgrund der abnehmenden Dichte  wieder ab.

In der Mesosphäre gibt es eine großskalige Luftmassenzirkulation zwischen den Erdpolen. Am Sommerpol steigen die Luftmassen auf, werden zum Winterpol transportiert, und fallen dort wieder ab. Dieser Transport ist saisonal ausgeprägt.

Die Mesopause in ca. 80 bis 85 km Höhe bildet die Grenze zur darüberliegenden Thermosphäre, die einen Teil der Ionosphäre darstellt. Hier befindet sich ein Temperaturminimum. Am Sommerpol können um Mittsommer Temperaturen von unter -140°C erreicht werden. Diese Temperatur schwankt stark saisonal, aufgrund der in der Mesosphäre vorherrschenden Luftmassenzirkulationen. Auch der Sonnenzyklus hat einen Einfluss auf die Temperaturen in der Mesopause, während des solaren Minimums wird es dort besonders kalt. Dies ist sicherlich mit ein Grund für die in den letzten Jahren gestiegenen Sichtungen von NLCs. In wiefern der anthropogene Klimawandel einen Einfluss auf die Abläufe in der Mesosphäre hat ist Gegenstand aktueller Forschung.

Die Thermosphäre bildet den Übergang zum Weltraum und erstreckt sich bis in ca. 500 km Höhe, wo sie an die Exosphäre grenzt. In der Thermosphäre bewegen sich die Gasteilchen nahezu stoßfrei auf ballistischen Bahnen, weshalb hier auch keinerlei Konvektionsprozesse mehr stattfinden. Die vertikale Zusammensetzung der Thermosphäre wird daher durch die Atom- und Molekülmassen und die kinetischen Energien bestimmt. In der Thermosphäre befinden sich bereits tiefe Satelliten. Hier treten auch die Polarlichter auf.

Was sind NLCs?

In der Mesopause ist der Wassergehalt sehr gering. Dieses Wasser wird etwa durch Meteore oder Vulkaneruprionen dort eingetragen, aber auch durch anthropogene Quellen (z.B. Methanfreisetzung, Abgase aus der Raumfahrt, u.v.m). Im polaren Sommer, wenn die Temperaturen in der Mesopause unter -120°C fallen, frieren auch die geringen Wasseranteile aus und bilden Eiskristalle von Größen bis zu 100 nm. Diese Eispartikel rieseln dann langsam in die Mesosphäre ab, wo sie sich bei steigenden Temperaturen wieder auflösen. Textfeld: Abbildung  3: Beobachtbarkeit von NLCs am Himmel. Quelle: Wikipedia

Diese Wolken aus winzigen Eiskristallen sind unter normalen Umständen nicht sichtbar. Befindet sich jedoch der Beobachter und die sichtbare Troposphäre im Erdschatten, die NLCs noch im Sonnenlicht, dann werden die NLCs sichtbar. Dies ist der Fall wenn die Sonne zwischen 6° (NLCs u.U. Bis über den Zenit) und 12° (NLCs tief am Horizont) unter dem Horizont steht.

Vorhersage und Beobachtung von NLCs

4: OSWIN-Echo vom 06.06.2020, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Lattek/IAP

Eine zuverlässige Vorhersage zum Auftreten von NLCs gibt es nicht. Jedoch lässt sich statistisch eine Wahrscheinlichkeit angeben, mit der die Erscheinungen in der kommenden Nacht auftreten [1]. Ist also klarer Himmel angesagt mit guter Sicht nach Norden, dann lohnt sich ein Blick auf das Ostsee-Wind-Radar (OSWIN) [2] des IAP Kühlungsborn. Liefert das Radar in der Mesosphäre Echos, ist von einer bestehenden Wahrscheinlichkeit auszugehen. Je später am Abend noch Signale detektiert werden, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von NLCs. Eine tägliche Prognose gibt Stefan Krause gegen 21:30 im Meteoros-Forum ab [4].

Zusätzlich kann das Juliusruh MF-Radar des IAP [4] zu Rate gezogen werden, welches Informationen zu den zonalen und meridionalen Luftströmungen in der Mesosphäre bietet. Bei günstigen Bedingungen (langanhaltende südwärts gerichtete Strömung zwischen 80 und 90 km Höhe = negative zonale Geschwindigkeit) sind die Chancen auf das Erscheinen von NLCs erhöht.

Zu guter Letzt bietet sich das NLC-Forum auf Meteoros als Informationsquelle an, dort sind geeignete Webcams verlinkt, und Sichtungen werden von der Community zeitnah gemeldet.

Zum Beobachten und Fotografieren von NLCs sei gesagt, dass die Erscheinungen in unseren Breitengraden zwei Mal pro Nacht auftreten können: Im Abend- und im Morgensektor. Am 21. Juni 2019 waren hier bereits um 22:15 NLCs bis über den Zenit sichtbar. Solche Ereignisse sind selten und treten nur alle paar Jahre auf.. Im Zenit sind die Wolken auch nicht leicht von Cirren zu unterscheiden. Mit fortschreitender Dämmerung zieht sich der Bereich möglicher Sichtbarkeit in Richtung Horizont (W bis NNO) zurück. Tiefer stehende NLCs sind deutlicher zu erkennen, da sie durch den flachen Blickwinkel optisch dichter sind. 22:30 bis 23:00 wären typische Zeiten für ihr erstes Auftreten. Man sollte auf jeden Fall bis 23:15 warten, bevor man aufgibt.  Die Sichtbarkeit kann bis gegen Mitternacht oder bei guter Horizontsicht bis in den Morgensektor anhalten.

Der Morgensektor beginnt etwa gegen 03:00, dann eher in Richtung NNW-O, und kann sich bis fast. 04:30 hinziehen. Am 20. Juni 2020 waren NLCs noch nach 04:15 sichtbar.


Aufgrund der großen Ausdehnung der NLCs empfiehlt sich bei der Fotografie die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs. Ein Stativ oder eine stabile Auflagefläche ist Pflicht. Sinnvoll sind Brennweiten zwischen 16 und 35 mm, die in Extremfällen nicht ausreichen, um die Erscheinung in Gänze festzuhalten. Es ist ratsam, sich einen dunklen Standort auszusuchen mit freiem Blick zum Nordhorizont. Besonders eindrucksvoll ist etwa eine Wasserfläche, in der sich die Formationen spiegeln.

 Auch ein Teleobjektiv kann reizvoll sein, etwa um kleinere Strukturen und Details abzulichten. Die Belichtungszeit wird möglichst manuell eingestellt. Bei moderatem ISO (100 bis ca. 800) und offener Blende sind meist gute Ergebnisse zu erzielen, die Belichtungszeiten rangieren dann im Bereich von maximal wenigen Sekunden. Die Verwendung eines Polarisations- oder Farbfilters bringt übrigens nur einen geringen Effekt, da das an den NLCs gestreute Licht unpolarisiert und kontinuierlich ist.

(HM)

weiterführende Weblinks

[1] http://leuchtende-nachtwolken.info/ als Ausgangspunkt für alle Arten von Informationen

[2] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/aktuelle-radarmessungen/oswin-mesosphaere/

[3] https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=34&t=59368&sid=e9d5c989265f377d735e8ba4fed920e3

[4] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/instrumente/mf-radare/juliusruh-mf-radar/

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 18.9.2020 auszusetzen. Durch die aktuelle CoVid 19 Situation sind wir gezwungen dies zu tun und bedauern das sehr. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

Die Jugendgruppe fällt aus von Juni bis einschließlich September 2020.

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell 18.9.20. Demzufolge werden bis zum 18.9.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Beobachtungsobjekte Juni 2020

Mondphasen

Vollmond wird am 5.6.20 sein und das letzte Viertel ist am 13.6.20. Neumond ist dann am 21.6.20. Das erste Viertel wird am 28.6.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im Juni 2020

Melotte 186 oder Collinder 359. Wie die Hyaden ist auch der Kopf des Stiers von Poniatowski ein offener Sternhaufen im Sternbild Schlangenträger. Die Gesamthelligkeit des Sternhaufens ist Mag 3.0 und der Durchmesser etwa 4° und kann leicht beobachtet werden. Mel 186 enthält 5 Sterne mit Helligkeiten zwischen Mag 4.3 und 6.0. Alle davon sind in einem kleinen Feldstecher (7×30-40mm) sichtbar. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA18h 01m und Dek= +03 Grad 00‘.

M4 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit bloßem Auge im Sternbild Skorpion beobachtet werden mit circa 1.5° Abstand vom Stern Antares mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 5.6. M4 enthält etwa 100000 Sterne (ab 10x50mm Öffnung des Feldstechers sind erste einzelne Sterne erkennbar). Die Entfernung ist nur 7000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 26‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=16h 23m 06s und Dek= -26 Grad 32‘. Das Objekt wurde bereits 1764 von C. Messier katalogisiert.

Deep sky tour

NGC 6207. Im Sternbild Herkules befindet sich die Mag 11.6 helle Galaxie dieses Sternbildes in 30 Millionen Lichtjahre Entfernung und ist etwa 30000 Lichtjahre in der Breite. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt als Galaxie in einer Art von Nadelform zu erkennen mit Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 1.75’x 0.75‘. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1787 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=16h 43m 03s und Dek= +36 Grad 49‘. Das Objekt befindet sich in der „Nähe“ des Kugelsternhaufens M13.

Meteore im Juni  2020

Die Juni Bootiden  (170 JBO) sind vom 22.6 bis 2.7 aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt bei α = 216◦, δ = +38◦ oder 223◦ und +48◦. Das Maximum wird um den 27-28.6 erwartet. Die Anzahl der Objekte wird mit 0 – 100/h (ZHR) als variabel angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher „langsam“ in die Atmosphäre mit 18km/sec. Von mittleren nördlichen Breiten ist der Radiant während der gesamten Nacht über dem Horizont. Für die 170 JBO gilt der Komet 7P/Pons-Winnecke als der Ursprungskomet. Aufgrund der relativ kleinen Eintrittsgeschwindigkeit erscheinen die Objekte als langsam am Himmel.

Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im Juni 2020

Der Mars erscheint in der zweiten Nachthälfte in den Sternbildern Wassermann und Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -0.5. Marsaufgang am 01.6.20 ist bereits um 1h20m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nur ~9.7“ und ist zu ~84.% beleuchtet.

Jupiter ist im Juni ein Planet der fast die ganze Nacht zu beobachten ist im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 15.6.20 um 23h19 auf. Die Helligkeit ist Mag -2.7, der scheinbare Durchmesser ist circa 45.3“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Steinbock, und zum Ende des Monats fast die ganze Nacht. Am 15.6.20 geht der Ringplanet um 23h34m über den Horizont, am Monatsende um 22h32m. Die Helligkeit ist Mag 0.4. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 18.0“. Der Ringdurchmesser circa 40.5“.

Der Neptun ist im Juni mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann/Steinbock zu entdecken am Morgenhimmel. Am 1.6.20 geht der Planet um 2h26 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.9. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.2“.

Uranus kann im Juni nicht beobachtet werden.

Die Venus kann im Westen abends bis etwa Mitte des Monats im Sternbild Stier beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -3.8 bis -4.3 Ende des Monats. Ab der Mitte des Monats wird sie wieder zum Morgenstern. Am 15.6.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 4h24 über den Horizont. Der Durchmesser beträgt 57“ – 49“.

Merkur taucht im Juni bis zum 7.6.20 am Abendhimmel im NW auf. Am 7.6.20 geht er um 23h13 unter den Horizont bei einer Helligkeit von Mag 0.7. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt 8.6“. Die Phase beträgt dann 32.4%.

Asteroid/Planetoiden im Juni 2020

Herculina (532). Im Juni ist Herculina die ganze Nacht auffindbar. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~9.6 im Sternbild SGR (Schütze). Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 60mm – 100mm) zur direkten Beobachtung.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 6.6.20 um 22h40 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 30.6.20 ab 00h30 Eintritt des Sterns HIP67953a (Mag 6.6), der Positionswinkel ist 137 Grad am Mondrand. Der beleuchtete Teil des Mondes beträgt K=0.68.

Kometen

Der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) bewegt sich im Sternbild Großer Wagen und Ende des Monats in das Sternbild Jagdhunde. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 60-100 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 9-10.

Der Komet 88P/Howell wird bis zur dritten Woche des Monats mit einem Teleskop ab 200mm Öffnung eventuell zu sehen sein mit ~Mag 12. Er wird zu finden sein im Sternbild Jungfrau. Anfang des Monats steht er nahe dem Doppelstern Porrima und bewegt sich dann auf die Spika zu.

Besondere Ereignisse im Juni 2020

Halbschattenfinsternis des Mondes am 5.6.20. Um 21h25 wird der Mond zur Hälfte in den Halbschatten der Erde eindringen. Bis etwa 22h30 kann der Halbschatten dann eventuell zu sehen sein als eine Art von Eintrübung.

Merkur und Venus treffen sich am 21/22.6.20 am Himmel. Da zieht der Merkur an der Venus vorbei. Ein gutes Feldstecher Objekt.

Der Mond bedeckt die Venus am Taghimmel. Am 19.6.20 zwischen 9h50 und 10h45 und nur 22.6 Grad westlich von der Sonne (Achtung beim beobachten !) findet dieses Ereignis statt. Der Mond in Sichelform bedeckt die Venus welche ebenfalls eine Sichelform zeigt in diesem Moment. Dazu benötigen Sie einen Feldstecher mit 10-12-facher Vergrößerung und >=40mm Öffnung. Die Venus ist mit Mag -4.4 hell genug um gesehen zu werden.

NLC- Leuchtende Nachtwolken. Ab Juni sind wahrscheinlich wieder leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Diese entstehen in circa 83-85Km Höhe und können gut visuell beobachtet werden oder mit Feldstechern. Dabei sieht man zirrusähnliche Gebilde die über dem nördlichen, NW oder NO Himmel zu sehen sind.

Galileische Jupitermonde. Am 9.6.20 ab 00h48 tritt der Io des Jupiter vor dessen Scheibe, der Schattenwurf des Mondes dauert 2h15m und das Durchgangsende ist dann um 03h04 erreicht.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Beobachtungsobjekte Mai 2020

Mondphasen

Vollmond wird am 7.5.20 sein und das letzte Viertel ist am 14.5.20. Neumond ist dann am 22.5.20. Das erste Viertel wird am 30.5.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im Mai 2020

M5 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten und dunklen Beobachtungsplatz im Sternbild Schlange als sternenartiges Objekt mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 5.6 beobachtet werden. M5 enthält circa 0.5 Millionen Sterne. Einige davon sind in einem Feldstecher (15×70) sichtbar am Randbereich des Objektes. Die Entfernung ist etwa 24500 Lichtjahre. Das Alter des Sternhaufens beträgt circa 13 Milliarden Jahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA15h 18m und Dek= +02 Grad 04‘. Er ist einer der schönsten Sternhaufen am Nachthimmel welcher zu beobachten ist. Die Ausdehnung am Himmel beträgt ~23‘. Maria und Gottfried Kirch entdeckten den Sternhaufen im Mai 1702.

M10 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck im Sternbild Schlangenträger beobachtet werden. M10 enthält viele Sterne (ab 100-150mm Öffnung des Feldstechers sind erste einzelne Sterne erkennbar). Die Entfernung ist 14300 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 20‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=16h 57m 09s und Dek= -4 Grad 05‘. Das Objekt wurde bereits 1764 von C. Messier entdeckt.

Deep sky tour

IC 2574.Im Sternbild Großer Bär befindet sich die Mag 10.6 helle Galaxie dieses Sternbildes in 13 Millionen Lichtjahre Entfernung und ist etwas 45000 Lichtjahre in der Breite. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt als Galaxie zu erkennen mit wenigen Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Sie ist allerdings auch drei Magnituden schwächer als Bodes Galaxie und stellt daher eine Herausforderung dar. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150-fach bis 250-fach sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 12’x 6‘. Entdeckt wurde das Objekt bereist 1898 durch E. Coddington. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=10h 28m 23.5s und Dek= +68 Grad 24‘.

Meteore im Mai  2020

Die η-Aquariiden  (ETA) sind vom April 19 – Mai 28  aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt bei η-Aquarii. Das Maximum der Aktivität wird am 6.5.20 erreicht sein. Meteore der ETA sind nur gegen Morgen sichtbar. Die Anzahl der Objekte wird mit 40 – 85/h (ZHR) angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher schnell in die Atmosphäre mit 66km/sec. Für die η-Aquariiden gilt der Komet 1P/Halley als der Ursprungskomet. Aufgrund der tiefen Radiantenposition erscheinen die Meteore des Stromes mit langen Spuren (flacher Eintrittswinkel) am Himmel.

Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im Mai 2020

Der Mars erscheint wieder in der zweiten Nachthälfte. Die Helligkeit steigt auf Mag 0.0. Marsaufgang am 15.5.20 ist bereits um 1h22m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nur ~9“ und ist zu 85% beleuchtet.

Jupiter ist im Mai ein Planet der zweiten und Ende des Monats dazu ersten Nachthälfte. Da geht der Gasriese am 15.5.20 um 0h29 auf. Helligkeit ist Mag -2.6, der scheinbare Durchmesser ist circa 40.8“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen in der zweiten Nachthälfte. Am 15.5.20 geht der Ringplanet um 0h42m über den Horizont, am Monatsende um 23h34m. Die Helligkeit ist Mag 0.4. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 16.9“. Der Ringdurchmesser circa 38“.

Der Neptun ist in diesem Monat nicht zu beobachten.

Uranus kann im Mai nicht beobachtet werden.

Die Venus kann im Westen abends im Sternbild Stier beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -3.9 Ende des Monats. Am Monatsende erfolgt der Untergang des Planeten um 22h14 unter den Horizont. Der Durchmesser beträgt 43.5“.

Merkur taucht im Mai ab der Mitte des Monats am Abendhimmel auf. Am 16.5.20 geht er um 22h24 unter den Horizont bei einer Helligkeit von Mag -1.0. Am Monatsende geht der Planet um 23h21 unter den Horizont im Nordwesten und seine Helligkeit wird nur noch bei Mag 0.1 liegen. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt Ende Mai 7.2“.

Asteroid/Planetoiden im Mai 2020

Harmonia (40). Anfang Mai kulminiert der Himmelskörper um 1h. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~10.0 im Sternbild Jungfrau. Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 60mm – 100mm) zur direkten Beobachtung.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Eine Schätzung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 3.5.20 um 23h44 Eintritt des Sterns Ny Virginis hinter dem Mond im Sternbild Jungfrau mit einer Helligkeit des Sterns von Mag 4.0, der Positionswinkel ist 65 Grad am Mondrand. Der Mond und der Stern stehen rund 43 Grad über dem Horizont im Südsüdwesten. Daher ist eine optimale Beobachtung möglich.

Kometen

Der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) bewegt sich im Sternbild Großer Bär. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 60-100 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 9.

Der Komet C/2020 F8 (SWAN) wurde am 25. März 2020 mit Hilfe einer SWAN-Kamera des Sonnenobservatoriums SOHO entdeckt. Es zeigte sich, daß er im Mai Mag 3.0 oder heller werden könnte. Er wäre damit von Mitteleuropa aus zwischen den nautischen Dämmerungen wenig über dem Nordhorizont zu finden eventuell mit blossen Augen, aber sicherlich auch mit kleineren Feldstechern zu sehen ab 20-50mm Öffnung. Ab dem 20.5.20 lohnt sich die Ausschau.

Besondere Ereignisse im Mai 2020

Am 15.5.20 um 04h30m steht der Mond nur 3.5 Grad südlich vom Mars. Ein Ereignis für den Feldstecher und Astrofotografen.

Am 22.5.20 begegnen sich Venus und Merkur am westlichen Abendhimmel. Aufzufinden sind beide Planeten kurz nach Sonnenuntergang.

Und am 24.5.20 steht dazu noch die schmale Mondsichel in der Nähe der beiden Planeten. Am 27.5.20 steht der Mond nahe dem offenen Sternhaufen Praesepe(M44) um 23h.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 14.6.2020 auszusetzen. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

11.5.20 Jugendgruppe fällt aus

15.5.20 Beobachtungsabend fällt aus

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Juli 2020. Demzufolge werden bis zum 14.6.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Beobachtungsobjekte April 2020

Mondphasen

Das erste Viertel wird am 1.4.20 erreicht sein. Vollmond wird am 8.4.20 sein und das letzte Viertel ist am 14.4.20. Neumond ist dann am 23.4.20.

Feldstecherobjekte im April 2020

Melotte 111 (Mel 111), ein offener Sternenhaufen, kann an einem guten Beobachtungsplatz im Sternbild „Haar der Berenike“ beobachtet werden. Mel 111 enthält 37 Sterne in den Größenklassen zwischen Mag 4.3 und Mag 10.5 und daher sind einige davon in einem Feldstecher sichtbar, circa zweidutzend der Sterne sind heller als Mag 8.0. Die Entfernung ist etwa 288 Lichtjahre. Das Alter des Sternhaufens beträgt circa 500 Millionen Jahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA12h 23m und Dek= +25 Grad 51‘. Er ist der zweitgrößte Sternhaufen am Nachthimmel der zu beobachten ist. Die Ausdehnung am Himmel beträgt ~4 Grad. P. Melotte nahm den Sternhaufen 1915 in seinen Sternenkatalog auf.

M53 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck im Sternbild „Haar der Berenike“ beobachtet werden. M53 enthält viele Sterne (ab 50mm Öffnung des Feldstechers in der Mitte des Objekts heller zu sehen )  mit einer scheinbaren Gesamthelligkeit von Mag 7.7. Die Entfernung ist 60000 Lichtjahre. Das Alter des Sternhaufens beträgt circa 13 Milliarden Jahre. Die Winkelausdehnung beträgt 13‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=13h 12m 55s und Dek= +18 Grad 10‘. Das Objekt wurde bereits 1775 von E. Bode entdeckt.

Deep sky tour

NGC 3310.Im Sternbild Großer Bär befindet sich die Mag 10.6 helle Galaxie dieses Sternbildes in 47 Millionen Lichtjahre Entfernung und ist etwas 41000 Lichtjahre in der Breite. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt als Galaxie zu erkennen mit wenigen Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150-fach bis 250-fach sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 3.1’x 2.4‘. Entdeckt wurde das Objekt bereist 1789 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=10h 38m 45 s und Dek= +53 Grad 30‘.

Meteore im April 2020

Die Lyriden sind vom 16 – 25 April aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt in dem Sternbild Leier, circa 7 Grad südwestlich von der Wega. Damit genau zwischen den Sternbildern Herkules und Leier. Das Maximum der Aktivität wird am 22.4.20 erreicht sein. Die beste Zeit zur Beobachtung wird nach Mitternacht sein. Die Anzahl der Objekte wird mit 13 – 23/h (ZHR) angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher schnell in die Atmosphäre mit 49km/sec. Für die Lyriden gilt der Komet C/1861 G1 (Thatcher) als der Ursprungskomet. Entdeckt wurde dieser durch G. Galle. Da am 23.4.20 Neumond ist wäre der 22.4.20 eine gute Beobachtungsnacht. Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im April 2020

Der Mars erscheint wieder langsam in der zweiten Nachthälfte. Die Helligkeit steigt auf Mag 0.4. Marsaufgang am 15.4.20 ist bereits um 3h11m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nur ~7“.

Jupiter ist im April ein Planet der zweiten Nachthälfte. Da geht der Gasriese am 15.4.20 um 2h22 auf. Helligkeit ist Mag -2.3, der scheinbare Durchmesser ist circa 40“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen in der zweiten Nachthälfte. Am 15.4.20 geht der Ringplanet um 2h38m über den Horizont, am Monatsende um 1h41m über den Horizont. Die Helligkeit ist Mag 0.6. Der Ringdurchmesser beträgt etwa 38“.

Der Neptun ist in diesem Monat nicht zu beobachten.

Uranus kann im April nicht beobachtet werden.

Die Venus kann im Westen abends im Sternbild Stier beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.8. Am Monatsende erfolgt der Untergang des Planeten um 23h34 unter den Horizont. Der scheinbare Durchmesser beträgt am 23.4.20 etwa 35“ bei einer Phase von 32% Beleuchtungsanteil.

Merkur ist nicht mehr zu beobachten im April.

Asteroid/Planetoiden im April 2020

Juno (3). Im Feldstecher ist der Asteroid ein Objekt zur Beobachtung in der Nacht (19h30 Aufgang am 2.4.20). Die Helligkeit des Objektes ist Mag 9.5 im Sternbild Jungfrau. Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 50mm – 60mm) zur direkten Beobachtung.

Veränderliche Sterne

Bei den Delta Cepheiden im Kepheus variiert die Helligkeit zwischen Mag 3.5 bis Mag 4.4 mit einer Periode von P=5.366 Tage. Eine Schätzung der Helligkeit sollte zweimal pro Nacht durchgeführt werden mit bloßen Auge oder einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 13.4.20 um 4h04,9m Austritt des Sterns 9 Sgr (HIP88469) mit einer Helligkeit des Sterns von Mag 5.9, rund 12 Grad über dem Südwesthorizont. Der Positionswinkel beträgt 253 Grad am Mondrand.

Kometen

Der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) bewegt sich im Sternbild Giraffe. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 60 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 8.5. Die beste Beobachtungszeit ist kurz vor Mitternacht, da ist das Objekt etwa 50 Grad über dem Horizont.

Besondere Ereignisse April 2020

Am 3.4.20 um 21h00m steht die Venus vor den Plejaden (M45). Nur 11‘ trennen die Venus von dem Stern Merope, Bestandteil des M45. Ein Ereignis für den Feldstecher und Astrofotografen.

Am 15.4.20 morgens um ~4h30 stehen der Mond, Jupiter und Saturn „relativ“ dicht beieinander in einer Dreiecks Konstellation oberhalb des Sternbildes Steinbock zur Beobachtung.

Zodiakallicht

In der Zeit vom 1 -15 April ist das Zodiakallicht eventuell gut zu beobachten ab circa 21h im Westen.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat nach Beratung entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich Ende April 2020 auszusetzen und anstehende Termine zu verschieben. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

18.3.20 Astroseminar Astrofotografie wird verschoben

20.3.20 Beobachtungsabend fällt aus

26.3.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

28.3.20 Astronomietag wird verschoben

03.4.20 Beobachtungsabend fällt aus

20.4.20 Jugendgruppe fällt aus

23.4.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

Individuell geplante Führungen in dem Zeitraum bis Ende April werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Mai 2020. Demzufolge werden bis Ende April keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte wird Montags zwischen 20h-21h besetzt sein für Anfragen. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Beobachtungsobjekte März 2020

Mondphasen

Das erste Viertel wird am 2.3.20 erreicht sein. Vollmond wird am 9.3.20 sein und das letzte Viertel ist am 16.3.20. Neumond ist dann am 24.3.20.

Feldstecherobjekte im März 2020

M44 (Messier), ein offener Sternenhaufen, kann an einem guten Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck im Sternbild Krebs beobachtet werden. M44 enthält über 300 Sterne in den Größenklassen zwischen Mag 6 und Mag 12 und daher sind einige davon in einem Feldstecher sichtbar. Die Entfernung ist 610 Lichtjahre. Das Alter des Sternhaufens beträgt circa 700 Millionen Jahre. Die Auffindkoordinaten sind wie folgt: RA=8h 40m 4s und Dek= +19 Grad 59‘.

M67 (Messier), ein offener Sternenhaufen, kann an einem guten Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck im Sternbild Krebs beobachtet werden. M67 enthält über 500 Sterne (ab 70mm Öffnung des Feldstechers zu sehen als eine Art gesprenkelte Struktur) in der Größenklasse Mag 7 und daher sind einige davon in einem Feldstecher sichtbar. Die Entfernung ist 3000 Lichtjahre. Das Alter des Sternhaufens beträgt circa 4 Milliarden Jahre. Die Winkelausdehnung beträgt 30‘ am Himmel. Die Auffindkoordinaten sind wie folgt: RA=8h 51m 3s und Dek= +11 Grad 49‘.

Deep sky tour

NGC 2903. Im Sternbild Löwe befindet sich die hellste Galaxie dieses Sternbildes in 21 Millionen Lichtjahre Entfernung und ist etwa 80000 Lichtjahre in der Breite. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt als „verwaschene“ Galaxie zu erkennen mit wenigen Details. Der Zentralbereich erscheint langgestreckt und sieht etwas balkenförmig aus im Teleskop. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150-fach bis 250-fach sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 12.6’x 6‘. Entdeckt wurde das Objekt bereist 1784 durch W. Herschel. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 8.8. Die Auffindkoordinaten sind wie folgt: RA=9h 32m 10,1 s und Dek= +21 Grad 30‘ 03“.

Meteore im März 2020

Die γ-Normiden sind über einen großen Teil der Aktivitätsperiode mit einer ZHR < 3 kaum bis schwer erkennbar. Ein Teil der γ-Normiden (118 GNO) im März kann bei dunklerem Himmel verfolgt werden, allerdings eher auf der Südhemisphäre.

Zwischen Ende Januar und April ist die Meteoraktivität auf dem tiefsten Niveau des Jahres. Daher sollte die Chance zum Auffinden schwacher Quellen günstig sein. Videokameras sind dafür gut geeignet. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Die Delta Leoniden sind bis zum 10.3.20 eventuell zu sehen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher langsam in die Atmosphäre mit 23km/sec. Zwei Sternschnuppen / h sind zu sehen. Der Radiant ist bei α=11h 12m und δ=+17 Grad zu finden.

Planeten im März 2020

Der Mars erscheint wieder langsam am Morgenhimmel. Die Helligkeit beträgt Mag 0.8. Marsaufgang am 11.3.20 ist bereits um 4h 06m.

Jupiter ist im März ein Planet der eher schwer zu beobachten sein wird am Morgenhimmel. Da geht der Gasriese am 11.3.20 um 4h20 auf. Helligkeit ist Mag -2.1, der scheinbare Durchmesser ist circa 37“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen am Morgenhimmel. Am 11.3.20 geht der Ringplanet um 4h44m über den Horizont, am Monatsende um 4h29m über den Horizont. Die Helligkeit ist Mag 0.6.

Der Neptun ist in diesem Monat nicht zu beobachten.

Uranus kann noch in den ersten Abendstunden beobachtet werden im Sternbild Widder. Mit einem Feldstecher ist der Planet bei einer Helligkeit von Mag 5.8 zu finden und erscheint grünlich im Feldstecher/Teleskop mit einem Durchmesser von nur ~3“. Am 11.3.20 erfolgt der Uranus Untergang unter den Horizont um 22h10, Ende des Monats bereits um 21h54.

Die Venus kann im Südwesten abends im Sternbild Widder beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.5. Am Monatsende erfolgt der Untergang des Planeten um 0h18 unter den Horizont. Der scheinbare Durchmesser beträgt 24“.

Merkur ist schwer zu beobachten im März. Im Teleskop beträgt der scheinbare Durchmesser 7.6“. Am 24.3.20 wäre der Planet auch am Tag zu beobachten westlich von der Sonne mit etwas Glück.

Asteroid/Planetoiden im März 2020

Astraea (5). Im Feldstecher ist der Asteroid etwas noch am Morgenhimmel zu beobachten. Die Helligkeit des Objektes ist Mag 10 im Sternbild Gem. Sie benötigen einen guten Feldstecher zur direkten Beobachtung.

Euterpe (27). Das Objekt steht am 15.3.20 in Opposition zur Sonne und kann die ganze Nacht beobachtet werden im Sternbild Vir/Leo bei einer Helligkeit von Mag 9.4.

Veränderliche Sterne

Bei den Delta Cepheiden im Kepheus variiert die Helligkeit zwischen Mag 3.5 bis Mag 4.4 mit einer Periode von P=5.366 Tage. Eine Schätzung der Helligkeit sollte zweimal pro Nacht durchgeführt werden mit bloßen Auge oder einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Zodiakallicht

Eine kegelförmige Aufhellung über dem Untergangspunkt der Sonne könnte vom 12.3.20 bis 25.3.20 ab circa 1.5h beobachtet werden nach dem Sonnenuntergang.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 3.3.20 um 21h35m bedeckt der Mond der Stern SAO 77358 mit einer Helligkeit des Sterns von Mag 6.4, da ist der Eintritt am dunklen Rand des Mondes.

Kometen

Der Komet C/2017 T2 (PANSTARRS) bewegt sich im Sternbild Andromeda im östlichen Teil des Sternbildes. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 60 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 9. Am 8.3.20 sind drei offene Sternhaufen in der Nähe des Kometen zu sehen in nur 3-4 Grad südöstlicher Entfernung. Da sind IC 1805, NGC 1027 und IC1848 mit einer Helligkeit von Mag 6.5. Lohnende Objekte für den Feldstecher.

Enge Planetenbegegnungen im März 2020

Am 20.3.20 morgens um 6h19m steht der Mars nur 43‘ südlich vom Jupiter.

UR