Beobachtung des Kometen 46P / Wirtanen November /Dezember 2018

Der Komet 46P / Wirtanen ist ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufzeit von ca. 5 Jahren. Der Komet ist relativ klein mit einem geschätzten Durchmesser von nur 1,2 Kilometern.

 

Entdeckung

Kometen 46P / Wirtanen wurde 1948 von Carl A. Wirtanen am Lick Observatory entdeckt. Der Komet 46P gehört zu einer Gruppe von Kometen, die eine höhere Aktivität als erwartet für ihre Kerngröße aufweisen. Sie geben mehr Wasserdampf ab als eigentlich zu erwarten ist.

 

Rotationsperiode

Der Komet 46P  hat eine Rotationsperiode von 7.6h. Pro Sonnennähe verlieren Kometen ca. 0.01% bis 0.1% ihrer Masse. Für ein vollständiges Ausgasen sind wahrscheinlich mehrere 100000 Jahre notwendig.

 

2018 Perihelion

Die nächste Perihel-Passage ( der Sonnen nächste Punkt ) des Kometen Wirtanen wird am 16. Dezember 2018 stattfinden, wenn er 0,078 AE (11619463,68 Kilometer) von der Erde entfernt passieren wird. Der Komet wird voraussichtlich die Helligkeit Magnitude 3 erreichen. Dies ist die hellste Vorhersage von bekannten und zukünftigen Passagen dieses Kometen. Damit wäre der Komet gut mit dem Auge zu sehen. Davor ist er gut mit einem Feldstecher zu sehen. Dies ist derzeit auch die hellste Vorhersage für alle Kometenpassagen im Jahr 2018.

Nach einer „Kehrtwendung“ am Abendhimmel, die sich in Richtung Norden durch das Sternbild Eridanus in Richtung Taurus bewegt, verbessern sich die Dinge im November. Hier erreicht der Komet am 16. Dezember 2018 genau den Punkt, an dem er sich zwischen den Pleiaden und Hyaden befindet. Von nun an bleibt der Komet nach Sonnenuntergang für Himmelsbeobachter weit oben am Himmel in einer günstigeren Beobachtungsposition.

Anbei finden Sie eine Aufsuchkarte im Beitragsbild.

 

In diesem Bild sehen Sie den Kometen aufgenommen am 4.12.18 um 23h21 MEZ mit einem 200mm Teleobjektiv , F4, 80 sec mit ISO 800 von Wetzlar aus mit einer Höhe von 185m NN von T.Düring. Die Helligkeit ist derzeit ca. Magnitude 4 . Um den 16/17.12 2018 wird der Komet noch heller mit Magnitude 3.  Zu finden ist er dann im Sternbild Plejaden.

 

Anbei eine Aufnahme vom 9.12.18 um 22h42.  Belichtung 60 sec , 85mm Brennweite, ISO 1600 mit Blende f5,6 gemacht von T.Düring.

UR

Stellare Nachtobjekte zum beobachten mit Binokular ( Feldstecher ) im Oktober

Sternbild: Cassiopeia ( das Himmels W )

Koordinaten am Himmel
Rektaszension: 00h 30m 00s
Deklination: +60° 13′ 06″
Helligkeit: 6.5m
Entfernung: 5,450 LIchtjahre

 

Name : NGC129

Typ:  offener Sternhaufen

1788 von William Herschel entdeckt, befindet sich dieser spärliche, aber große Haufen fast genau in der Mitte zwischen den Sternen Beta Cassiopeiae und Gamma Cassiopeiae im Sternbild Cassiopeia. Mit einem Fernglas können Sie mindestens sechs Sterne mit Magnituden zwischen 9 und 12 sehen, obwohl es schwierig sein könnte, sie von den Hintergrundsternen im losen und zerstreuten Haufen zu unterscheiden. Suchen Sie also nach dem kleinen Dreieck, das von drei gebildet wird helle Sterne in der Mitte des Clusters. Im obenstehenden Beitragsbild ist dieses Dreieck genau unterhalb der Mitte des Rahmens zu sehen.

Ein grosser Feldstecher befindet sich dazu zum beobachten auf der Sternwarte Burgsolms.

UR

 

Meteor Aktivitäten im Detail für Oktober 2018 am Beispiel der Geminiden

ε-Geminids  (EGE) Aktiv: Oktober 14–27; Maximum: Oktober 18 (λ = 205◦); ZHR = 3; Radiant: α = 102◦, δ = +27◦; V∞ = 70 km/s; r = 3.0.

 

Ein kleinerer Meteoritenschauer mit Eigenschaften und Aktivität, die fast mit den Orioniden zusammenfallen, so dass große Sorgfalt darauf verwendet werden muss, die zwei Quellen zu trennen, vorzugsweise durch Video- oder Teleskoparbeiten oder vielleicht durch visuelle Überwachung. Der Halbmond am 18./19. Oktober wird sich einstellen, bevor der Radiant von beiden Hemisphären aus sinnvoll beobachtbar wird. Nördliche Beobachter haben einen Horizonthöhenvorteil, da sie von etwa Mitternacht an praktisch zu beobachten sind. Es besteht eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Parameter der Quelle, wobei sowohl visuelle als auch Videodaten anzeigen, dass die Spitze bis zu vier oder fünf Tage später als oben angegeben eintreten kann.

 

Die Position ist im Beitragsbild zu finden.

 

λ⊙: Solare Länge, ein genaues Maß für die Position der Erde auf ihrer Umlaufbahn, die nicht von den „Launen“ des Kalenders abhängig ist. Alle λ⊙ sind für die Tagundnachtgleiche 2000.0 angegeben.

• ZHR: Zenithal Hourly Rate, eine berechnete maximale Anzahl von Meteoren, die ein Beobachter bei vollkommen klarem Himmel (Referenzgrenzwert +6,5) mit dem Radianten im Zenit sehen würde. Diese Zahl wird in Bezug auf Meteore pro Stunde angegeben.

• V∞: Voratmosphärische oder scheinbare Geschwindigkeit, angegeben in km /s. Die Geschwindigkeiten reichen von etwa 11 km / s (sehr langsam) bis 72 km / s (sehr schnell). 40 km / s ist ungefähr die mittlere Geschwindigkeit.

• r: Der Populationsindex, ein Begriff, der aus der Meteorgrößenverteilung jedes Meteorschauers berechnet wird. r = 2,0-2,5 impliziert einen größeren Anteil hellerer Meteore als der Durchschnitt, während r über 3,0 reicher an schwächeren Meteoren ist als der Durchschnitt.

• α, δ: Koordinaten für die Radiantenposition, normalerweise maximal. α ist Rektaszension, δ ist Deklination.

UR

Meteor, Meteorit, Meteoroid – wo genau sind die Unterschiede ?

Meteor: Fachlich korrekte Bezeichnung für Sternschnuppen; Leuchterscheinung, die durch den Eintritt und das Verglühen von Meteoroiden in die Erdatmosphäre erzeugt wird.

Meteorit: Ein Meteoroid, der bei Eintritt in die Erdatmosphäre nicht vollständig verglüht und so in den Erdboden einschlägt. Etwa 10 Mal pro Jahr trifft ein Meteorit die Erde, die allermeisten Einschläge sind jedoch sehr klein und geschehen in unbewohnten Gebieten. Die Objekte können von wenigen Gramm bis im Kilo Bereich liegen.

Meteoroid: Kleine Objekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. Wenn ein Meteoroid in die Erdatmosphäre eintritt, verglüht er und erzeugt so einen Meteor (Sternschnuppe).

Meteorstrom: Felder mit besonders vielen Partikeln und Gesteinsbrocken, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. Tritt die Erde in eine solche Meteoroidenwolke ein, kommt es gehäuft zu Sternschnuppen.

Feuerkugel / Bolide: Besonders heller Meteor, dessen scheinbare Helligkeit die des hellsten Planeten (Venus) übersteigt. Es kommt vor das solche Objekte akustisch wahrnehmbar sind.

Komet: Ähnlich wie Asteroiden, aber aus flüchtigerem Material. In der Nähe der Sonne verliert der Komet kontinuierlich einen Teil seiner Masse, durch den Einfluss des Sonnenwindes bilden sich in vielen Fällen charakteristische Leuchterscheinungen: eine schalenförmige Koma und zwei Kometenschweife.

Asteroid: Wie Meteoroiden sind Asteroiden Objekte, welche die Sonne umkreisen – sie sind jedoch größer und werden deswegen auch Kleinplaneten oder Planetoiden genannt. Von den Zwergplaneten unterscheiden sie sich durch eine geringere Masse, die sich auch auf ihre Form auswirkt: Während Zwergplaneten eine annähernd runde Form annehmen, sind Asteroiden unregelmäßig geformt.

Meteorschauer: Meteorströme mit besonders hoher Aktivität (Hunderte Sternschnuppen pro Stunde). Bekannt sind die Perseiden. Die Herkunft ist der Komet 109P/Swift-Tuttle.

 

Für das verbleibende Jahr 2018 sind folgende wiederkehrende Meteorströme zu beobachten :

Name               Zeitraum              Maximum       Herkunft                  Radiant

Orioniden 19. – 23. Oktober 21. Oktober Komet Halley Orion (Orion)
Leoniden 14. – 21. November 17. November Komet 55P Temple-Tuttle Löwe (Leo)
Geminiden 07. – 17. Dezember 14. Dezember Asteroid 3200 Phaethon Zwillinge (Gemini)

(UR)

 

 

 

 

 

 

 

Totale Mondfinsternis am 27. Juli

Am Abend des 27. Juli 2018 passiert der Mond den Erdschatten. Um 21:02 MESZ geht er bereits zum Teil verfinstert auf. Schon um 21:30 Uhr beginnt die totale Phase, welche bis 23:13 Uhr andauern wird. Da der Mond bei diesem Ereignis nahezu zentral durch den Kernschatten der Erde läuft sollte diese Finsternis dunkler als die letzte erscheinen.

Auch der Mars, der unserer Erde in diesem Sommer sehr nahe kommt, kann an diesem Abend beobachtet werden.

Die Sternwarte Burgsolms öffnet bei klarem Himmel am 27. Juli  ab 21:30 Uhr zu einem  Beobachtungsabend.

Saturn und Mars am Morgenhimmel

Derzeit kann man am frühen Morgen in südlicher Richtung Saturn und Mars beobachten. Beide stehen im Sternbild Schütze und sind bereits mit blosem Auge leicht zu erkennen. Etwas weiter entfernt Richtung Westen steht der Riesenplanet Jupiter.

Das Bild unten zeigt den Himmelsanblick Richtung Süden am 22. April gegen 5:30 MESZ.

Simulation des Himmelsauschnitts mit Stellarium. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

(AT)

24. März: Astronomietag

Am Samstag, den 24. März öffnen wir ab 20:00 Uhr zum bundesweiten Astronomietag 2018. Das diesjährige Motto lautet: „Das geheime Leben der Sterne“

Geplant sind verschiedene Vorträge und die Beobachtung des Nachthimmels durch unsere Teleskope. (AT)

Foto: Horst Maurer

 

Seltener Gast am Abendhimmel

Zur Zeit kann man in der Abenddämmerung den Planeten Merkur mit blosem Auge sehen. Er ist nördlich der Venus zu finden. Venus, innerer Nachbarplanet der Erde, ist derzeit das hellste Objekt abends am Westhimmel. Ab ca. 19:15 Uhr kann man einen Beobachtungsversuch unternehmen. Ein Fernglas hilft beim Aufsuchen. 

Das Foto entstand am 19.03.18 bei Ulm. Es zeigt den Anblick von Merkur und Venus mit blosem Auge. (AT)

Sternkunde für Kinder auf der Volkssternwarte

Auch in diesem Jahr wird die Jugendgruppe „Junge Sterngucker“ des astronomischen Vereins der Volkssternwarte die Sternkunde für Kinder fortsetzen. Kinder ab 8 Jahren sind herzlich willkommen. Am 15. Januar um 19:00 Uhr findet der erste Abend im neuen Jahr statt und an 11 weiteren Abenden werden sich die Kinder treffen: Bei klarem Himmel stehen Beobachtungen von Sternbildern, Mond und Planeten auf dem Plan. Die Kinder können dann mit Hilfe von Sternkarten und einfachen Fernrohren, die zur Verfügung gestellt werden, eigene Himmelsbeobachtungen durchführen. 

„Am ersten Abend im neuen Jahr, dem 15. Januar werden wir uns fragen, woher die Menschen das Wissen über ferne Sterne haben, obwohl bisher niemand dort war“, so der Vorsitzende des Vereins Thomas Düring. „Dazu werden wir für die Kinder kleine Experimente vorbereiten. Bei schlechtem Wetter werden von Vereinsmitgliedern angefertigte Himmelsaufnahmen oder Filme gezeigt. Für den Sommer ist wieder ein Beobachtungsnachmittag geplant, bei dem die Sonne im Mittelpunkt steht.“

Die neu hinzukommenden Kinder werden am ersten Abend einen Bausatz einer drehbaren Sternkarte bekommen, mit dem regelmäßig das Erkennen von Sternbildern geübt werden soll.
11 weitere Abende sind bis einschließlich Dezember geplant, die jeweils an jedem dritten Montag eines Monats durchgeführt werden. 

Teilnahme pro Abend: 1 Euro, Beginn: pünktlich um 19:00 Uhr, in den Räumen der Volkssternwarte Burgsolms.

www.sternwarte-burgsolms.de