Beobachtungsobjekte Juli 2020

Mondphasen

Vollmond wird am 5.7.20 sein und das letzte Viertel ist am 13.7.20. Neumond ist dann am 20.7.20. Das erste Viertel wird am 27.7.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im Juli 2020

NGC 7160 (New General Catalogue) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Kepheus. Die scheinbare Helligkeit des Sternhaufens ist Mag 6.1 und die Winkelausdehnung etwa 5’x 5‘ am Himmel. Einige der Sterne darin sind in einem kleinen Feldstecher (7×40-50mm) sichtbar. Die Entfernung ist circa 2600 Lichtjahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 21h53m42.00s und Dek= +62°35’60.0″. Das Objekt wurde 1787 von W. Herschel entdeckt.

M92 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit einem 7x50mm Feldstecher im Sternbild Herkules beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.3. Man findet M92 genau 6,3° nördlich des Sterns π Herculis. M92 enthält viele Sterne (ab 15x100mm Öffnung des Feldstechers sind erste einzelne Sterne erkennbar). Die Entfernung ist 26000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 14‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=17h17m07s und Dek= +43° 08′ 11″. Das Objekt wurde bereits 1777 von J. Bode entdeckt und 1781 von C. Messier „entdeckt“ und katalogisiert.

Deep sky tour

NGC 6804.Im Sternbild Adler befindet sich der Mag 12.0 helle planetarische Nebel (PN) dieses Sternbildes in 2600 Lichtjahre Entfernung. Der zentrale Stern hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 14. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 1‘. Die Entfernung beträgt 2900 Lichtjahre. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1791 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=19h 31m 35s und Dek= +09 Grad 13‘ 31“. Er liegt nur rund 1° von einem weiteren hellen PN entfernt (NGC 6803).

Meteore im Juli 2020

Die α-Capricorniden (001 CAP) sind vom 03.07 bis 15.8 aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt bei α = 307◦, δ = -10◦. Das Maximum wird um den 29.7.20 erwartet. Die Anzahl der Objekte wird mit 5/h (ZHR) angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher „langsam“ in die Atmosphäre mit 23km/sec. Von mittleren nördlichen Breiten ist der Radiant während der gesamten Nacht über

dem Horizont. Für 001 CAP gilt der Komet 45P/Honda-MP als der Ursprungskomet. Aufgrund der relativ kleinen Eintrittsgeschwindigkeit erscheinen die Objekte als langsam am Himmel.

Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im Juli 2020

Der Mars erscheint vor Mitternacht in den Sternbildern Walfisch und Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -1.1 an. Marsaufgang am 01.7.20 ist bereits um 0h00m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nun 15“ und ist zu ~86.% beleuchtet.

Jupiter ist im Juli ein Planet der die ganze Nacht zu beobachten ist im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 14.7.20 um 20h14 auf. Die Helligkeit ist Mag -2.7, der scheinbare Durchmesser ist circa 47.6“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die ganze Nacht. Am 1.7.20 geht der Ringplanet um 21h28m über den Horizont, am Monatsende um 19h24m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.1. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 18.5“. Der Ringdurchmesser circa 41.9“. Der Ring des Saturn ist 21°7 geöffnet.

Der Neptun ist im Juli mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann ab kurz vor Mitternacht zu beobachten. Am 1.7.20 geht der Planet um 23h25 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im Juli im Sternbild Widder am Morgenhimmel beobachtet werden. Am 1.7.20 geht er um 0h58 auf. Eine Stunde später ist er dann gut zu sehen. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.5“.

Die Venus kann im Nordosten morgens beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.7. Am 15.7.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 1h57 über den Horizont. Der Durchmesser geht von 44“ auf 28“ zurück zum Ende des Monats. Gegen Ende Juli ist die Venusscheibe zu 43% beleuchtet.

Merkur taucht Ende Juli (ab 24.7.20) am Morgenhimmel im NO auf. Am 24.7.20 geht er um 3h08 über den Horizont bei einer Helligkeit von Mag 0.3 bis -0.8 zum Ende des Monats. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt 6.8“ – 7.7“. Die Phase beträgt dann 38.8%.

Asteroid/Planetoiden im Juli 2020

(7) Iris. Im Juli ist Iris um Mitternacht herum gut auffindbar. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~9.0 – 9.6 im Sternbild SGR (Schütze). Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 60mm – 100mm) zur direkten Beobachtung.  Anfang Juli ist sie um 1h18 am höchsten über dem Horizont in diesem Monat. Am 10.7.20 sind die Koordinaten: RA=18h 15m 13.4sec und Dec=-20 Grad 23‘ 46“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 3.7.20 um 00h30 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern U Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger handelt es sich um einen kurzperiodisch bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 5.9 – 6.6. Die Periode ist P=1.677 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Bedeckung dauert nur 6.5 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Die Koordinaten sind RA=17h 16m 31s und Dec= +1Grad 12‘ 38“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 8.7.20 ab 01h29 Eintritt des Sterns HIP106723 (Mag 4.5), der Positionswinkel ist 67 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.91- (abnehmende Phase). Austritt ist dann um 2h47 mit einem Positionswinkel von 257 Grad.

Kometen

Der Komet C/2019 U6 (Lemmon) bewegt sich vom Sternbild Löwe in die Jungfrau und dann ins Haar der Berenike. Er ist am Abendhimmel dann zu bewundern. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 40 – 50 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.2 – 7.4. Am 10.7.20 steht er circa 17 Grad über dem Horizont am Ende der bürgerlichen Dämmerung.

Der Komet C/2020 F3 (Neowise) durchlief sein Perihel am 03.07. 2020 und ist mit bloßem Auge zunächst am Morgenhimmel, ab dem 13.07.2020 am Abendhimmel zu sehen. Die größte Erdnähe wird am 23.07.2020 erreicht sein. Im Unterschied zu einem Asteroiden zeigt ein Komet einen langen Schweif der gut sichtbar ist. Zu finden ist er zwischen dem Sternbild Großen Wagen im Norden und der hellen Venus im Osten nahe dem Horizont.

Besondere Ereignisse im Juli 2020

NLC- Leuchtende Nachtwolken. Im Juli sind wahrscheinlich wieder leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Diese entstehen in circa 83-85Km Höhe und können gut visuell beobachtet werden oder mit Feldstechern. Fotoaufnahmen sind möglich zum Beispiel mit DSLR Kameras mit kurzer Brennweite von circa 18-35mm und Belichtungszeiten von 10-25 sec bei ISO 800 – 1600 je nach Qualität des Himmels. Dabei sieht man zirrusähnliche Gebilde die über dem nördlichen, NW oder NO Himmel zu sehen sind.

Am 9.7.20 befindet sich die Venus morgens gegen 4h in den Hyaden (Melotte 25).

Am 17.7.20 bilden die Venus, der Mond und der Stern Aldebaran im Osten ein Dreieck welches von den Plejaden (M45) und Melotte 25 umrahmt wird.

(925) Alphonsina. Falls Sie am 13.7.20 um ~3h26 im NO von Hessen sind könnten Sie beobachten wie der Asteroid 925 den Stern TYC 1725-00707-1 bedeckt für einen Zeitraum von ~4sec. Die Helligkeit des Objekts wird um etwa Mag 3.1 fallen in dem Zeitraum. Der 925 hat zu dem Zeitpunkt eine Helligkeit von Mag 13.6 und der Stern TYC von Mag 10.6. Dieser Stern TYC befindet sich innerhalb eines Rechteckes im Sternbild Pegasus. Zur Beobachtung benötigen Sie allerdings ein Teleskop ab einer Öffnung von 300mm.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Venusbedeckung durch den Mond 19.6.20

Im Rahmen der Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.20 trafen sich früh morgens zwei Mitglieder der Sternwarte zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren dieses Ereignisses bei einer „Aussensternwarte“. Ziel war es dabei den „Kontakt“ der Venus und des Mondes mittels eines Newton mit 8“/800mm festzuhalten. Die verwendeten technischen Daten waren ISO100 mit 1/1600 Sekunde. Zur visuellen Beobachtung diente ein „alter“ C5. Verschiedene Filter zur Kontraststeigerung wurden eingesetzt. Anbei die Ergebnisse.

Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20

UR/TD

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Textfeld: Abbildung  1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca
1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca

Leuchtende Nachtwolken (NLCs – noctilucent clouds) waren noch vor wenigen Jahren ein Phänomen, das eher in spezialisierten Kreisen bekannt war. Mehr und mehr wird jedoch in den sozialen Netzwerken und öffentlichen Medien daüber berichtet. Da für uns Hobbyastronomen die Wochen um Mittsommer in hiesigen Breitengraden keine dunklen Nächte bereitstellen, ist die Beobachtung von NLCs eine alternative Tätigkeit, weshalb auch in astronomischen Foren regelmäßig über NLC-Sichtungen berichtet wird. Seit einigen Jahren weisen wir im Rahmen unserer Öffentlichen Abende regelmäßig auf diese Erscheinungen hin.

Die Erdatmosphäre

2: Die Schichten der Erdatmosphäre. Quelle: meteo.fisica.eu.uy


Die Erdatmosphäre teilt sich in verschiedene Schichten:

 Die Troposphäre ist die Schicht, in der sich das Wettergeschehen abspielt. Sie ist konvektiv durchmischt und enthält viel Wasser. Durch adiabatische Konvektion sinkt die Lufttemperatur mit steigender Höhe. Dadurch kondensiert das Wasser mit zunehmender Höhe aus, bis in der Tropopause (je nach Breitengrad und Jahreszeit in ca. 10 bis 15 km Höhe) ein Temperaturminimum erreicht wird.

 In der darüberliegenden Stratosphäre wird die Temperatur zunehmend durch Absorption von UV-Strahlung (Ozonbildung) bestimmt. Mit steigender Höhe nimmt die Temperatur daher wieder zu. Das Temperaturminimum der Tropopause  bildet eine natürliche Barriere für Wasserdampf, weshalb die Stratosphäre sehr trocken ist und stratosphärische Wolken nur in Ausnahmefällen beobachtet werden können (Polare Stratosphärenwolken).

 Die Stratopause bildet die Grenze zur Mesosphäre, hier nimmt die Absorption von UV-Licht durch Sauerstoff aufgrund der abnehmenden Dichte  wieder ab.

In der Mesosphäre gibt es eine großskalige Luftmassenzirkulation zwischen den Erdpolen. Am Sommerpol steigen die Luftmassen auf, werden zum Winterpol transportiert, und fallen dort wieder ab. Dieser Transport ist saisonal ausgeprägt.

Die Mesopause in ca. 80 bis 85 km Höhe bildet die Grenze zur darüberliegenden Thermosphäre, die einen Teil der Ionosphäre darstellt. Hier befindet sich ein Temperaturminimum. Am Sommerpol können um Mittsommer Temperaturen von unter -140°C erreicht werden. Diese Temperatur schwankt stark saisonal, aufgrund der in der Mesosphäre vorherrschenden Luftmassenzirkulationen. Auch der Sonnenzyklus hat einen Einfluss auf die Temperaturen in der Mesopause, während des solaren Minimums wird es dort besonders kalt. Dies ist sicherlich mit ein Grund für die in den letzten Jahren gestiegenen Sichtungen von NLCs. In wiefern der anthropogene Klimawandel einen Einfluss auf die Abläufe in der Mesosphäre hat ist Gegenstand aktueller Forschung.

Die Thermosphäre bildet den Übergang zum Weltraum und erstreckt sich bis in ca. 500 km Höhe, wo sie an die Exosphäre grenzt. In der Thermosphäre bewegen sich die Gasteilchen nahezu stoßfrei auf ballistischen Bahnen, weshalb hier auch keinerlei Konvektionsprozesse mehr stattfinden. Die vertikale Zusammensetzung der Thermosphäre wird daher durch die Atom- und Molekülmassen und die kinetischen Energien bestimmt. In der Thermosphäre befinden sich bereits tiefe Satelliten. Hier treten auch die Polarlichter auf.

Was sind NLCs?

In der Mesopause ist der Wassergehalt sehr gering. Dieses Wasser wird etwa durch Meteore oder Vulkaneruprionen dort eingetragen, aber auch durch anthropogene Quellen (z.B. Methanfreisetzung, Abgase aus der Raumfahrt, u.v.m). Im polaren Sommer, wenn die Temperaturen in der Mesopause unter -120°C fallen, frieren auch die geringen Wasseranteile aus und bilden Eiskristalle von Größen bis zu 100 nm. Diese Eispartikel rieseln dann langsam in die Mesosphäre ab, wo sie sich bei steigenden Temperaturen wieder auflösen. Textfeld: Abbildung  3: Beobachtbarkeit von NLCs am Himmel. Quelle: Wikipedia

Diese Wolken aus winzigen Eiskristallen sind unter normalen Umständen nicht sichtbar. Befindet sich jedoch der Beobachter und die sichtbare Troposphäre im Erdschatten, die NLCs noch im Sonnenlicht, dann werden die NLCs sichtbar. Dies ist der Fall wenn die Sonne zwischen 6° (NLCs u.U. Bis über den Zenit) und 12° (NLCs tief am Horizont) unter dem Horizont steht.

Vorhersage und Beobachtung von NLCs

4: OSWIN-Echo vom 06.06.2020, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Lattek/IAP

Eine zuverlässige Vorhersage zum Auftreten von NLCs gibt es nicht. Jedoch lässt sich statistisch eine Wahrscheinlichkeit angeben, mit der die Erscheinungen in der kommenden Nacht auftreten [1]. Ist also klarer Himmel angesagt mit guter Sicht nach Norden, dann lohnt sich ein Blick auf das Ostsee-Wind-Radar (OSWIN) [2] des IAP Kühlungsborn. Liefert das Radar in der Mesosphäre Echos, ist von einer bestehenden Wahrscheinlichkeit auszugehen. Je später am Abend noch Signale detektiert werden, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von NLCs. Eine tägliche Prognose gibt Stefan Krause gegen 21:30 im Meteoros-Forum ab [4].

Zusätzlich kann das Juliusruh MF-Radar des IAP [4] zu Rate gezogen werden, welches Informationen zu den zonalen und meridionalen Luftströmungen in der Mesosphäre bietet. Bei günstigen Bedingungen (langanhaltende südwärts gerichtete Strömung zwischen 80 und 90 km Höhe = negative zonale Geschwindigkeit) sind die Chancen auf das Erscheinen von NLCs erhöht.

Zu guter Letzt bietet sich das NLC-Forum auf Meteoros als Informationsquelle an, dort sind geeignete Webcams verlinkt, und Sichtungen werden von der Community zeitnah gemeldet.

Zum Beobachten und Fotografieren von NLCs sei gesagt, dass die Erscheinungen in unseren Breitengraden zwei Mal pro Nacht auftreten können: Im Abend- und im Morgensektor. Am 21. Juni 2019 waren hier bereits um 22:15 NLCs bis über den Zenit sichtbar. Solche Ereignisse sind selten und treten nur alle paar Jahre auf.. Im Zenit sind die Wolken auch nicht leicht von Cirren zu unterscheiden. Mit fortschreitender Dämmerung zieht sich der Bereich möglicher Sichtbarkeit in Richtung Horizont (W bis NNO) zurück. Tiefer stehende NLCs sind deutlicher zu erkennen, da sie durch den flachen Blickwinkel optisch dichter sind. 22:30 bis 23:00 wären typische Zeiten für ihr erstes Auftreten. Man sollte auf jeden Fall bis 23:15 warten, bevor man aufgibt.  Die Sichtbarkeit kann bis gegen Mitternacht oder bei guter Horizontsicht bis in den Morgensektor anhalten.

Der Morgensektor beginnt etwa gegen 03:00, dann eher in Richtung NNW-O, und kann sich bis fast. 04:30 hinziehen. Am 20. Juni 2020 waren NLCs noch nach 04:15 sichtbar.


Aufgrund der großen Ausdehnung der NLCs empfiehlt sich bei der Fotografie die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs. Ein Stativ oder eine stabile Auflagefläche ist Pflicht. Sinnvoll sind Brennweiten zwischen 16 und 35 mm, die in Extremfällen nicht ausreichen, um die Erscheinung in Gänze festzuhalten. Es ist ratsam, sich einen dunklen Standort auszusuchen mit freiem Blick zum Nordhorizont. Besonders eindrucksvoll ist etwa eine Wasserfläche, in der sich die Formationen spiegeln.

 Auch ein Teleobjektiv kann reizvoll sein, etwa um kleinere Strukturen und Details abzulichten. Die Belichtungszeit wird möglichst manuell eingestellt. Bei moderatem ISO (100 bis ca. 800) und offener Blende sind meist gute Ergebnisse zu erzielen, die Belichtungszeiten rangieren dann im Bereich von maximal wenigen Sekunden. Die Verwendung eines Polarisations- oder Farbfilters bringt übrigens nur einen geringen Effekt, da das an den NLCs gestreute Licht unpolarisiert und kontinuierlich ist.

(HM)

weiterführende Weblinks

[1] http://leuchtende-nachtwolken.info/ als Ausgangspunkt für alle Arten von Informationen

[2] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/aktuelle-radarmessungen/oswin-mesosphaere/

[3] https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=34&t=59368&sid=e9d5c989265f377d735e8ba4fed920e3

[4] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/instrumente/mf-radare/juliusruh-mf-radar/

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 18.9.2020 auszusetzen. Durch die aktuelle CoVid 19 Situation sind wir gezwungen dies zu tun und bedauern das sehr. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

Die Jugendgruppe fällt aus von Juni bis einschließlich September 2020.

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell 18.9.20. Demzufolge werden bis zum 18.9.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 14.6.2020 auszusetzen. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

11.5.20 Jugendgruppe fällt aus

15.5.20 Beobachtungsabend fällt aus

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Juli 2020. Demzufolge werden bis zum 14.6.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat nach Beratung entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich Ende April 2020 auszusetzen und anstehende Termine zu verschieben. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

18.3.20 Astroseminar Astrofotografie wird verschoben

20.3.20 Beobachtungsabend fällt aus

26.3.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

28.3.20 Astronomietag wird verschoben

03.4.20 Beobachtungsabend fällt aus

20.4.20 Jugendgruppe fällt aus

23.4.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

Individuell geplante Führungen in dem Zeitraum bis Ende April werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Mai 2020. Demzufolge werden bis Ende April keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte wird Montags zwischen 20h-21h besetzt sein für Anfragen. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Seminar Einführung in die Astronomie

Eine Einführung in das Thema Astronomie fand erstmalig am 15.1.20 statt bei uns mit dem Thema „Geschichte der Astronomie“ im Rahmen eines Seminars.

Siehe dazu auch http://www.sternwarte-burgsolms.de/archive/1923

25 Personen lauschten dem Referenten bei diesem Thema. Weiter geht es am 22.1 ab 19h30 mit folgenden Themen : Koordinatensysteme, drehbare Sternenkarte, Benutzung von Sternatlanten und Tabellen (Himmelsjahr). Im weiteren Verlauf sind diverse Themen geplant die im Kalender bei uns verzeichnet sind.  

erstes Astroseminar am 15.1.20 mit dem Thema „Geschichte der Astronomie“

UR

Seminar “Einführung in die Astronomie“

Seminar an 10 Abenden auf der Sternwarte Burgsolms des Vereins Volkssternwarte Mittelhessen e.V.

Erster Abend ist Mittwoch der 15.1.2020 ab 19:30 Uhr

Letzter Abend ist Mittwoch der 18.3.2020. Das Seminar wird sich über 10 Abende an Einsteiger in die Astronomie wenden und soll eine Übersicht über die Grundzüge der Astronomie geben. Ein besonderer Schwerpunkt wird die praktische Astronomie, verbunden mit vielen Beobachtungshinweisen sein. Die Referenten, alle Mitglieder des Vereins „Volkssternwarte Mittelhessen e.V.“ werden astronomisches Grundwissen mit eigenen Erfahrungen verknüpfen. So werden neben wichtigen theoretischen Fragen auch z. B. Punkte wie „das richtige Fernrohr“ oder die „Grundzüge der Himmelsfotografie“ behandelt. Das Instrumentarium der Sternwarte wird entsprechend verwendet. Die Veranstaltungen finden jeweils Mittwoch in den Räumlichkeiten der Sternwarte Burgsolms statt. Die Kursgebühr pro Teilnehmer beträgt 50,- Euro. Für Mitglieder ist die Teilnahme im Beitrag enthalten. Voranmeldungen sind unter info@sternwarte-burgsolms.de oder telefonisch Montags zwischen 20:00 und 21:00 Uhr unter 06442-1039 erwünscht. Bitte geben Sie Ihre Anschrift, email und Telefon mit in Ihrer Anmeldung.

Die Details sind unter den Veranstaltungen zu finden und eventuelle Anpassungen auch unter unserem Twitter account @Sternwartesolms zu finden.

UR

Aktionswoche „Astronomie in der Schule“ vom 10.-17. November 2019

Das Jubiläumsjahr „100 Jahre Astronomische Union“ geht in die letzte Phase: Als letztes global angelegtes Projekt hat die IAU ( International astronomical union ) vom 10. bis 17. November 2019 eine Aktionswoche „Astronomie in der Schule“ ins Leben gerufen. In diesem Zeitraum konzentrieren sich die Aktivitäten darauf gemeinsam mit Schulen etwas zu organisieren. Die Aktionswoche soll Schüler*innen die Möglichkeit bieten, direkt mit Hobby-Astronomen zu interagieren, sich mit astronomischen Themen zu beschäftigen und mehr über die Rolle der Astronomie in unserem Leben zu erfahren.

Daher bieten wir am 11.11.19(1) und 15.11.19(2) auch für Schulen folgende Sonderveranstaltungen an :

1.   Sonder Beobachtungstag des Merkurtransits vor der Sonne ( Beginn 12h30 mit der Beobachtung )
2.  Vorlesetag…#Vorlesetag wir nehmen teil am 15.11.19 @AstroZwerge und lesen vor. Die Sternwarte wird ebenso besichtigt sowie viele Fragen können gestellt werden zur Beantwortung. Der Beginn ist um 18h.

Bitte melden Sie sich zur Kontaktaufnahme/Anmeldung, oder bei Fragen, unter info@sternwarte-burgsolms.de bei uns an oder unter der Telefonnummer 06442 / 1039.
Details finden Sie jeweils auf der Homepage unter Veranstaltungen sowie dem Twitter Account der Sternwarte.

UR

Beobachtungsobjekte im September 2019

Mondphasen

Das erste Viertel wird am 6.9.19 erreicht sein. Am 14.9.19 ist Vollmond. Am 22.9.19 ist der Mond im letzten Viertel zu sehen. Neumond ist am 28.9.19.

Aufnahme des Mondes am 12.4.19 um 22h24 mit 4″ FH

Feldstecherobjekte im September 2019

Messier 29 (M29) zählt zu den offenen Sternhaufen im Sternbild Schwan. M29 ist etwas verschwommen als Nebelfleck im mittleren Feldstecher (40-60 mm Öffnung) zu sehen. Mit einem Feldstecher ab 100 mm Öffnung sind erste größere Ansammlungen von 20-100 Sternen erkennbar bei dunklem Himmel in Abgrenzung zu den Sternenwolken des Schwan.

Gut zu beobachten ist M29 ab circa 22h00 MEZ. Mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.6 ist er im Sternbild Schwan zu finden. Die Entfernung beträgt 4000 Lichtjahre. Das Alter ist circa 10 Millionen Jahren. Die Flächenausdehnung beträgt 7‘ Bogenminuten am Himmel.

Aufnahme des M29 im Sternbild Schwan aus 2011

Deep sky tour

Messier 27 (M27), auch Hantelnebel, zählt zu den etwas helleren planetarischen Nebeln im Sternbild Fuchs. M27 ist etwas verschwommen im mittleren Feldstecher (50 mm Öffnung) zu sehen. Mit einem Feldstecher ab 100 mm Öffnung bei stärkerer Vergrößerung sind erste Strukturen erkennbar bei dunklem Himmel. Ab 200 mm Öffnung im Teleskop sind Details erkennbar.

Gut zu beobachten ist der Hantelnebel M27 ab circa 22h30 MEZ. Mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 7.5 ist er im Sternbild Fuchs zu finden zwischen den Sternbildern Schwan und Adler. Die Entfernung beträgt 1400 Lichtjahre. Das Alter ist circa 9000 Jahren. Die Flächenausdehnung ist 8,0‘ × 5,7‘ Bogenminuten am Himmel. Der Hantelnebel wurde im Juli 1764 entdeckt durch C. Messier.

M27 am 21.6.19 um 23h02 UTC mit 80mm Apo F/6 bei 3 Minuten Belichtung und ISO 3200

Meteore im September 2019

Die  ε-Perseiden  sind im September vom 5 – 21.9.19 (Maximum 9.9.19) im Sternbild Perseus zu sehen, dort ist der sogenannte Radiant. Mit etwa 64km/sec Eintrittsgeschwindigkeit haben sie eine schnellere Geschwindigkeitsrate. Am besten zu beobachten sind diese zwischen 23h und 5h morgens mit einer Anzahl der Objekte pro Stunde von (5/h-10/h).

Planeten im September 2019

Der Mars hat seine Sichtbarkeit derzeit beendet und ist am Taghimmel. Jupiter ist im September ein Planet der ersten Nachthälfte und seine Helligkeit verringert sich langsam auf Mag -2.0. Der scheinbare Durchmesser verringert sich ebenso auf 35.“8 Bogensekunden. Der Ringplanet Saturn wird zum Planet der ersten Nachthälfte. Seine Helligkeit verringert sich ebenfalls etwas auf Mag 0.5. Der Neptun ist in diesem Monat in Opposition zur Sonne und damit fast die ganze Nacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 7.8 ist er in einem Feldstecher/Teleskop zu finden im Sternbild Wassermann. Der scheinbare Durchmesser ist allerdings nur 2.“4 Bogensekunden und erscheint bläulich. Uranus ist in diesem Monat fast die ganze Nacht zu beobachten. Mit einem Feldstecher ist der Planet bei einer Helligkeit von Mag 5.7 gut zu finden und erscheint grünlich im Teleskop. Die Venus bleibt nachts unter dem sichtbaren Horizont. Merkur ist ebenfalls nicht zu sehen in diesem Monat.

Jupiter 2.3.13 um 19h23 MEZ

Asteroid/Planetoiden im September 2019

Eunomia(15). Im Feldstecher ist der Asteroid mehrere Stunden in der Nacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 9.0 im Sternbild Wassermann benötigen Sie einen guten Feldstecher zur direkten Beobachtung. Am 1.9 wird der Meridian um 22h38 MEZ erreicht.

Lutetia(21). Die Abmaße dieses Objektes sind 121x101x75 KM. Lutetia ist im September in Opposition zur Sonne und daher fast die ganze Nacht zu beobachten mit einer Helligkeit von Mag ~9.3 im Sternbild Cetus (Walfisch). In einem guten Feldstecher ab 50-60 mm Öffnung sollte sie auffindbar sein.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 11.9.19 um 2h18 bedeckt der Mond den Stern Chow, n Capricorni mit einer Helligkeit des Stern von Mag 4.9 (damit gut zu sehen). Am 14.9.19 um 22h12 bedeckt der Mond den Stern 33 Piscium (BC) mit einer Helligkeit von Mag 4.6 und ist ebenso gut zu sehen.

Sternbedeckung während der MoFi 21.1.19 . Aufnahme 5h44 MEZ des Sterns HIP39869. Der Stern, welcher durch den Mond bedeckt wurde, war HIP39869 mit einer Helligkeit von 8,5 mag

Veränderliche Sterne

Bei Veränderlichen Sternen des Typs DELTA CEPHEI, benannt nach dem hellen Prototypen im Sternbild Cepheus, handelt es sich um  regelmäßig pulsierende weiße bis gelbe Riesen bis Überriesen mit einer großen absoluten visuellen Helligkeit. Der Cepheiden Veränderliche n Aql mit einer Helligkeit von Mag 3.5 – 4.4 und einer Periode von P=7.17 Tage ist am 14.9.19 im Maximum um 21h30. Am 22.9.19 um 1h40 ist er dann wieder im Maximum seiner Helligkeit angekommen. Dazwischen ist der Helligkeitsabfall zu beobachten.  

Kometen

Der Komet C/2018 N2 (ASASSN) ist im Sternbild Widder / Dreieck zu sehen mit einem besseren Feldstecher (ab 60-70 mm) oder Teleskop mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 11. Am 7.9.19 „trifft“ er auf den Kometen 260P/McNaught mit nur wenigen Bogenminuten am Himmel scheinbaren Abstands.

UR