Venusbedeckung durch den Mond 19.6.20

Im Rahmen der Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.20 trafen sich früh morgens zwei Mitglieder der Sternwarte zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren dieses Ereignisses bei einer „Aussensternwarte“. Ziel war es dabei den „Kontakt“ der Venus und des Mondes mittels eines Newton mit 8“/800mm festzuhalten. Die verwendeten technischen Daten waren ISO100 mit 1/1600 Sekunde. Zur visuellen Beobachtung diente ein „alter“ C5. Verschiedene Filter zur Kontraststeigerung wurden eingesetzt. Anbei die Ergebnisse.

Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20

UR/TD

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Textfeld: Abbildung  1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca
1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca

Leuchtende Nachtwolken (NLCs – noctilucent clouds) waren noch vor wenigen Jahren ein Phänomen, das eher in spezialisierten Kreisen bekannt war. Mehr und mehr wird jedoch in den sozialen Netzwerken und öffentlichen Medien daüber berichtet. Da für uns Hobbyastronomen die Wochen um Mittsommer in hiesigen Breitengraden keine dunklen Nächte bereitstellen, ist die Beobachtung von NLCs eine alternative Tätigkeit, weshalb auch in astronomischen Foren regelmäßig über NLC-Sichtungen berichtet wird. Seit einigen Jahren weisen wir im Rahmen unserer Öffentlichen Abende regelmäßig auf diese Erscheinungen hin.

Die Erdatmosphäre

2: Die Schichten der Erdatmosphäre. Quelle: meteo.fisica.eu.uy


Die Erdatmosphäre teilt sich in verschiedene Schichten:

 Die Troposphäre ist die Schicht, in der sich das Wettergeschehen abspielt. Sie ist konvektiv durchmischt und enthält viel Wasser. Durch adiabatische Konvektion sinkt die Lufttemperatur mit steigender Höhe. Dadurch kondensiert das Wasser mit zunehmender Höhe aus, bis in der Tropopause (je nach Breitengrad und Jahreszeit in ca. 10 bis 15 km Höhe) ein Temperaturminimum erreicht wird.

 In der darüberliegenden Stratosphäre wird die Temperatur zunehmend durch Absorption von UV-Strahlung (Ozonbildung) bestimmt. Mit steigender Höhe nimmt die Temperatur daher wieder zu. Das Temperaturminimum der Tropopause  bildet eine natürliche Barriere für Wasserdampf, weshalb die Stratosphäre sehr trocken ist und stratosphärische Wolken nur in Ausnahmefällen beobachtet werden können (Polare Stratosphärenwolken).

 Die Stratopause bildet die Grenze zur Mesosphäre, hier nimmt die Absorption von UV-Licht durch Sauerstoff aufgrund der abnehmenden Dichte  wieder ab.

In der Mesosphäre gibt es eine großskalige Luftmassenzirkulation zwischen den Erdpolen. Am Sommerpol steigen die Luftmassen auf, werden zum Winterpol transportiert, und fallen dort wieder ab. Dieser Transport ist saisonal ausgeprägt.

Die Mesopause in ca. 80 bis 85 km Höhe bildet die Grenze zur darüberliegenden Thermosphäre, die einen Teil der Ionosphäre darstellt. Hier befindet sich ein Temperaturminimum. Am Sommerpol können um Mittsommer Temperaturen von unter -140°C erreicht werden. Diese Temperatur schwankt stark saisonal, aufgrund der in der Mesosphäre vorherrschenden Luftmassenzirkulationen. Auch der Sonnenzyklus hat einen Einfluss auf die Temperaturen in der Mesopause, während des solaren Minimums wird es dort besonders kalt. Dies ist sicherlich mit ein Grund für die in den letzten Jahren gestiegenen Sichtungen von NLCs. In wiefern der anthropogene Klimawandel einen Einfluss auf die Abläufe in der Mesosphäre hat ist Gegenstand aktueller Forschung.

Die Thermosphäre bildet den Übergang zum Weltraum und erstreckt sich bis in ca. 500 km Höhe, wo sie an die Exosphäre grenzt. In der Thermosphäre bewegen sich die Gasteilchen nahezu stoßfrei auf ballistischen Bahnen, weshalb hier auch keinerlei Konvektionsprozesse mehr stattfinden. Die vertikale Zusammensetzung der Thermosphäre wird daher durch die Atom- und Molekülmassen und die kinetischen Energien bestimmt. In der Thermosphäre befinden sich bereits tiefe Satelliten. Hier treten auch die Polarlichter auf.

Was sind NLCs?

In der Mesopause ist der Wassergehalt sehr gering. Dieses Wasser wird etwa durch Meteore oder Vulkaneruprionen dort eingetragen, aber auch durch anthropogene Quellen (z.B. Methanfreisetzung, Abgase aus der Raumfahrt, u.v.m). Im polaren Sommer, wenn die Temperaturen in der Mesopause unter -120°C fallen, frieren auch die geringen Wasseranteile aus und bilden Eiskristalle von Größen bis zu 100 nm. Diese Eispartikel rieseln dann langsam in die Mesosphäre ab, wo sie sich bei steigenden Temperaturen wieder auflösen. Textfeld: Abbildung  3: Beobachtbarkeit von NLCs am Himmel. Quelle: Wikipedia

Diese Wolken aus winzigen Eiskristallen sind unter normalen Umständen nicht sichtbar. Befindet sich jedoch der Beobachter und die sichtbare Troposphäre im Erdschatten, die NLCs noch im Sonnenlicht, dann werden die NLCs sichtbar. Dies ist der Fall wenn die Sonne zwischen 6° (NLCs u.U. Bis über den Zenit) und 12° (NLCs tief am Horizont) unter dem Horizont steht.

Vorhersage und Beobachtung von NLCs

4: OSWIN-Echo vom 06.06.2020, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Lattek/IAP

Eine zuverlässige Vorhersage zum Auftreten von NLCs gibt es nicht. Jedoch lässt sich statistisch eine Wahrscheinlichkeit angeben, mit der die Erscheinungen in der kommenden Nacht auftreten [1]. Ist also klarer Himmel angesagt mit guter Sicht nach Norden, dann lohnt sich ein Blick auf das Ostsee-Wind-Radar (OSWIN) [2] des IAP Kühlungsborn. Liefert das Radar in der Mesosphäre Echos, ist von einer bestehenden Wahrscheinlichkeit auszugehen. Je später am Abend noch Signale detektiert werden, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von NLCs. Eine tägliche Prognose gibt Stefan Krause gegen 21:30 im Meteoros-Forum ab [4].

Zusätzlich kann das Juliusruh MF-Radar des IAP [4] zu Rate gezogen werden, welches Informationen zu den zonalen und meridionalen Luftströmungen in der Mesosphäre bietet. Bei günstigen Bedingungen (langanhaltende südwärts gerichtete Strömung zwischen 80 und 90 km Höhe = negative zonale Geschwindigkeit) sind die Chancen auf das Erscheinen von NLCs erhöht.

Zu guter Letzt bietet sich das NLC-Forum auf Meteoros als Informationsquelle an, dort sind geeignete Webcams verlinkt, und Sichtungen werden von der Community zeitnah gemeldet.

Zum Beobachten und Fotografieren von NLCs sei gesagt, dass die Erscheinungen in unseren Breitengraden zwei Mal pro Nacht auftreten können: Im Abend- und im Morgensektor. Am 21. Juni 2019 waren hier bereits um 22:15 NLCs bis über den Zenit sichtbar. Solche Ereignisse sind selten und treten nur alle paar Jahre auf.. Im Zenit sind die Wolken auch nicht leicht von Cirren zu unterscheiden. Mit fortschreitender Dämmerung zieht sich der Bereich möglicher Sichtbarkeit in Richtung Horizont (W bis NNO) zurück. Tiefer stehende NLCs sind deutlicher zu erkennen, da sie durch den flachen Blickwinkel optisch dichter sind. 22:30 bis 23:00 wären typische Zeiten für ihr erstes Auftreten. Man sollte auf jeden Fall bis 23:15 warten, bevor man aufgibt.  Die Sichtbarkeit kann bis gegen Mitternacht oder bei guter Horizontsicht bis in den Morgensektor anhalten.

Der Morgensektor beginnt etwa gegen 03:00, dann eher in Richtung NNW-O, und kann sich bis fast. 04:30 hinziehen. Am 20. Juni 2020 waren NLCs noch nach 04:15 sichtbar.


Aufgrund der großen Ausdehnung der NLCs empfiehlt sich bei der Fotografie die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs. Ein Stativ oder eine stabile Auflagefläche ist Pflicht. Sinnvoll sind Brennweiten zwischen 16 und 35 mm, die in Extremfällen nicht ausreichen, um die Erscheinung in Gänze festzuhalten. Es ist ratsam, sich einen dunklen Standort auszusuchen mit freiem Blick zum Nordhorizont. Besonders eindrucksvoll ist etwa eine Wasserfläche, in der sich die Formationen spiegeln.

 Auch ein Teleobjektiv kann reizvoll sein, etwa um kleinere Strukturen und Details abzulichten. Die Belichtungszeit wird möglichst manuell eingestellt. Bei moderatem ISO (100 bis ca. 800) und offener Blende sind meist gute Ergebnisse zu erzielen, die Belichtungszeiten rangieren dann im Bereich von maximal wenigen Sekunden. Die Verwendung eines Polarisations- oder Farbfilters bringt übrigens nur einen geringen Effekt, da das an den NLCs gestreute Licht unpolarisiert und kontinuierlich ist.

(HM)

weiterführende Weblinks

[1] http://leuchtende-nachtwolken.info/ als Ausgangspunkt für alle Arten von Informationen

[2] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/aktuelle-radarmessungen/oswin-mesosphaere/

[3] https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=34&t=59368&sid=e9d5c989265f377d735e8ba4fed920e3

[4] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/instrumente/mf-radare/juliusruh-mf-radar/

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 18.9.2020 auszusetzen. Durch die aktuelle CoVid 19 Situation sind wir gezwungen dies zu tun und bedauern das sehr. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

Die Jugendgruppe fällt aus von Juni bis einschließlich September 2020.

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell 18.9.20. Demzufolge werden bis zum 18.9.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich 14.6.2020 auszusetzen. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

11.5.20 Jugendgruppe fällt aus

15.5.20 Beobachtungsabend fällt aus

Individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Juli 2020. Demzufolge werden bis zum 14.6.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat nach Beratung entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich Ende April 2020 auszusetzen und anstehende Termine zu verschieben. Dies betrifft folgende Termine die bereits geplant waren:

18.3.20 Astroseminar Astrofotografie wird verschoben

20.3.20 Beobachtungsabend fällt aus

26.3.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

28.3.20 Astronomietag wird verschoben

03.4.20 Beobachtungsabend fällt aus

20.4.20 Jugendgruppe fällt aus

23.4.20 Radioastronomie Seminar wird verschoben

Individuell geplante Führungen in dem Zeitraum bis Ende April werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell Mai 2020. Demzufolge werden bis Ende April keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Das Telefon der Sternwarte wird Montags zwischen 20h-21h besetzt sein für Anfragen. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Fahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Seminar Einführung in die Astronomie

Eine Einführung in das Thema Astronomie fand erstmalig am 15.1.20 statt bei uns mit dem Thema „Geschichte der Astronomie“ im Rahmen eines Seminars.

Siehe dazu auch http://www.sternwarte-burgsolms.de/archive/1923

25 Personen lauschten dem Referenten bei diesem Thema. Weiter geht es am 22.1 ab 19h30 mit folgenden Themen : Koordinatensysteme, drehbare Sternenkarte, Benutzung von Sternatlanten und Tabellen (Himmelsjahr). Im weiteren Verlauf sind diverse Themen geplant die im Kalender bei uns verzeichnet sind.  

erstes Astroseminar am 15.1.20 mit dem Thema „Geschichte der Astronomie“

UR

Seminar “Einführung in die Astronomie“

Seminar an 10 Abenden auf der Sternwarte Burgsolms des Vereins Volkssternwarte Mittelhessen e.V.

Erster Abend ist Mittwoch der 15.1.2020 ab 19:30 Uhr

Letzter Abend ist Mittwoch der 18.3.2020. Das Seminar wird sich über 10 Abende an Einsteiger in die Astronomie wenden und soll eine Übersicht über die Grundzüge der Astronomie geben. Ein besonderer Schwerpunkt wird die praktische Astronomie, verbunden mit vielen Beobachtungshinweisen sein. Die Referenten, alle Mitglieder des Vereins „Volkssternwarte Mittelhessen e.V.“ werden astronomisches Grundwissen mit eigenen Erfahrungen verknüpfen. So werden neben wichtigen theoretischen Fragen auch z. B. Punkte wie „das richtige Fernrohr“ oder die „Grundzüge der Himmelsfotografie“ behandelt. Das Instrumentarium der Sternwarte wird entsprechend verwendet. Die Veranstaltungen finden jeweils Mittwoch in den Räumlichkeiten der Sternwarte Burgsolms statt. Die Kursgebühr pro Teilnehmer beträgt 50,- Euro. Für Mitglieder ist die Teilnahme im Beitrag enthalten. Voranmeldungen sind unter info@sternwarte-burgsolms.de oder telefonisch Montags zwischen 20:00 und 21:00 Uhr unter 06442-1039 erwünscht. Bitte geben Sie Ihre Anschrift, email und Telefon mit in Ihrer Anmeldung.

Die Details sind unter den Veranstaltungen zu finden und eventuelle Anpassungen auch unter unserem Twitter account @Sternwartesolms zu finden.

UR

Aktionswoche „Astronomie in der Schule“ vom 10.-17. November 2019

Das Jubiläumsjahr „100 Jahre Astronomische Union“ geht in die letzte Phase: Als letztes global angelegtes Projekt hat die IAU ( International astronomical union ) vom 10. bis 17. November 2019 eine Aktionswoche „Astronomie in der Schule“ ins Leben gerufen. In diesem Zeitraum konzentrieren sich die Aktivitäten darauf gemeinsam mit Schulen etwas zu organisieren. Die Aktionswoche soll Schüler*innen die Möglichkeit bieten, direkt mit Hobby-Astronomen zu interagieren, sich mit astronomischen Themen zu beschäftigen und mehr über die Rolle der Astronomie in unserem Leben zu erfahren.

Daher bieten wir am 11.11.19(1) und 15.11.19(2) auch für Schulen folgende Sonderveranstaltungen an :

1.   Sonder Beobachtungstag des Merkurtransits vor der Sonne ( Beginn 12h30 mit der Beobachtung )
2.  Vorlesetag…#Vorlesetag wir nehmen teil am 15.11.19 @AstroZwerge und lesen vor. Die Sternwarte wird ebenso besichtigt sowie viele Fragen können gestellt werden zur Beantwortung. Der Beginn ist um 18h.

Bitte melden Sie sich zur Kontaktaufnahme/Anmeldung, oder bei Fragen, unter info@sternwarte-burgsolms.de bei uns an oder unter der Telefonnummer 06442 / 1039.
Details finden Sie jeweils auf der Homepage unter Veranstaltungen sowie dem Twitter Account der Sternwarte.

UR

Beobachtungsobjekte im September 2019

Mondphasen

Das erste Viertel wird am 6.9.19 erreicht sein. Am 14.9.19 ist Vollmond. Am 22.9.19 ist der Mond im letzten Viertel zu sehen. Neumond ist am 28.9.19.

Aufnahme des Mondes am 12.4.19 um 22h24 mit 4″ FH

Feldstecherobjekte im September 2019

Messier 29 (M29) zählt zu den offenen Sternhaufen im Sternbild Schwan. M29 ist etwas verschwommen als Nebelfleck im mittleren Feldstecher (40-60 mm Öffnung) zu sehen. Mit einem Feldstecher ab 100 mm Öffnung sind erste größere Ansammlungen von 20-100 Sternen erkennbar bei dunklem Himmel in Abgrenzung zu den Sternenwolken des Schwan.

Gut zu beobachten ist M29 ab circa 22h00 MEZ. Mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.6 ist er im Sternbild Schwan zu finden. Die Entfernung beträgt 4000 Lichtjahre. Das Alter ist circa 10 Millionen Jahren. Die Flächenausdehnung beträgt 7‘ Bogenminuten am Himmel.

Aufnahme des M29 im Sternbild Schwan aus 2011

Deep sky tour

Messier 27 (M27), auch Hantelnebel, zählt zu den etwas helleren planetarischen Nebeln im Sternbild Fuchs. M27 ist etwas verschwommen im mittleren Feldstecher (50 mm Öffnung) zu sehen. Mit einem Feldstecher ab 100 mm Öffnung bei stärkerer Vergrößerung sind erste Strukturen erkennbar bei dunklem Himmel. Ab 200 mm Öffnung im Teleskop sind Details erkennbar.

Gut zu beobachten ist der Hantelnebel M27 ab circa 22h30 MEZ. Mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 7.5 ist er im Sternbild Fuchs zu finden zwischen den Sternbildern Schwan und Adler. Die Entfernung beträgt 1400 Lichtjahre. Das Alter ist circa 9000 Jahren. Die Flächenausdehnung ist 8,0‘ × 5,7‘ Bogenminuten am Himmel. Der Hantelnebel wurde im Juli 1764 entdeckt durch C. Messier.

M27 am 21.6.19 um 23h02 UTC mit 80mm Apo F/6 bei 3 Minuten Belichtung und ISO 3200

Meteore im September 2019

Die  ε-Perseiden  sind im September vom 5 – 21.9.19 (Maximum 9.9.19) im Sternbild Perseus zu sehen, dort ist der sogenannte Radiant. Mit etwa 64km/sec Eintrittsgeschwindigkeit haben sie eine schnellere Geschwindigkeitsrate. Am besten zu beobachten sind diese zwischen 23h und 5h morgens mit einer Anzahl der Objekte pro Stunde von (5/h-10/h).

Planeten im September 2019

Der Mars hat seine Sichtbarkeit derzeit beendet und ist am Taghimmel. Jupiter ist im September ein Planet der ersten Nachthälfte und seine Helligkeit verringert sich langsam auf Mag -2.0. Der scheinbare Durchmesser verringert sich ebenso auf 35.“8 Bogensekunden. Der Ringplanet Saturn wird zum Planet der ersten Nachthälfte. Seine Helligkeit verringert sich ebenfalls etwas auf Mag 0.5. Der Neptun ist in diesem Monat in Opposition zur Sonne und damit fast die ganze Nacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 7.8 ist er in einem Feldstecher/Teleskop zu finden im Sternbild Wassermann. Der scheinbare Durchmesser ist allerdings nur 2.“4 Bogensekunden und erscheint bläulich. Uranus ist in diesem Monat fast die ganze Nacht zu beobachten. Mit einem Feldstecher ist der Planet bei einer Helligkeit von Mag 5.7 gut zu finden und erscheint grünlich im Teleskop. Die Venus bleibt nachts unter dem sichtbaren Horizont. Merkur ist ebenfalls nicht zu sehen in diesem Monat.

Jupiter 2.3.13 um 19h23 MEZ

Asteroid/Planetoiden im September 2019

Eunomia(15). Im Feldstecher ist der Asteroid mehrere Stunden in der Nacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 9.0 im Sternbild Wassermann benötigen Sie einen guten Feldstecher zur direkten Beobachtung. Am 1.9 wird der Meridian um 22h38 MEZ erreicht.

Lutetia(21). Die Abmaße dieses Objektes sind 121x101x75 KM. Lutetia ist im September in Opposition zur Sonne und daher fast die ganze Nacht zu beobachten mit einer Helligkeit von Mag ~9.3 im Sternbild Cetus (Walfisch). In einem guten Feldstecher ab 50-60 mm Öffnung sollte sie auffindbar sein.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 11.9.19 um 2h18 bedeckt der Mond den Stern Chow, n Capricorni mit einer Helligkeit des Stern von Mag 4.9 (damit gut zu sehen). Am 14.9.19 um 22h12 bedeckt der Mond den Stern 33 Piscium (BC) mit einer Helligkeit von Mag 4.6 und ist ebenso gut zu sehen.

Sternbedeckung während der MoFi 21.1.19 . Aufnahme 5h44 MEZ des Sterns HIP39869. Der Stern, welcher durch den Mond bedeckt wurde, war HIP39869 mit einer Helligkeit von 8,5 mag

Veränderliche Sterne

Bei Veränderlichen Sternen des Typs DELTA CEPHEI, benannt nach dem hellen Prototypen im Sternbild Cepheus, handelt es sich um  regelmäßig pulsierende weiße bis gelbe Riesen bis Überriesen mit einer großen absoluten visuellen Helligkeit. Der Cepheiden Veränderliche n Aql mit einer Helligkeit von Mag 3.5 – 4.4 und einer Periode von P=7.17 Tage ist am 14.9.19 im Maximum um 21h30. Am 22.9.19 um 1h40 ist er dann wieder im Maximum seiner Helligkeit angekommen. Dazwischen ist der Helligkeitsabfall zu beobachten.  

Kometen

Der Komet C/2018 N2 (ASASSN) ist im Sternbild Widder / Dreieck zu sehen mit einem besseren Feldstecher (ab 60-70 mm) oder Teleskop mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 11. Am 7.9.19 „trifft“ er auf den Kometen 260P/McNaught mit nur wenigen Bogenminuten am Himmel scheinbaren Abstands.

UR

Beobachtungsobjekte im August 2019

Mondphasen

Neumond ist am 1.8.19. Das erste Viertel wird am 7.8.19 erreicht sein. Am 15.8.19 ist Vollmond. Am 23.8.19 ist der Mond im letzten Viertel zu sehen. Neumond ist am 30.8.19

Mond 13.5.19 um 21h58 mit ISO3200 im 4 Zoll FH

Feldstecherobjekte im August 2019

Messier 92(M92) zählt zu den etwas lichtschwächeren Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules im Sommer zum Vergleich mit M13. Der M92 ist etwas verschwommen im Feldstecher zu sehen. Gut zu beobachten ist der Kugelsternhaufen M92 ab circa 23h30 MEZ. Mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.5 ist er im Sternbild Herkules zu finden. Die Entfernung beträgt 26750 Lichtjahre. Das Alter ist circa 13 Milliarden Jahren.

Deep sky tour

Zur Beobachtung von Galaxien ist die Spiralgalaxie M81 (Bode’s Galaxie) zu erwähnen im Sternbild Grosser Wagen. Sie ist im Feldstecher erkennbar als ovaler Lichtpunkt , aber bei der Benutzung eines grösseren Teleskops ab 15-20cm Öffnung wird der Kernbereich der Galaxie leicht erkennbar. Sie hat eine Ausdehnung am Himmel von 27′ × 14′. Der lineare Durchmesser ist etwa 90000 Lichtjahre. Die Entfernung beträgt 11.6 Millionen Lichtjahre. Die Helligkeit beträgt Mag 6.9. Etwa 200 Milliarden Sterne befinden sich in dieser Galaxie. Eine gute Beobachtungszeit ist ab 23h30 im Norden.

M81 am 25.3.14 mit Newton 400/2000

Meteore im August 2019

Die Perseiden sind im August(maximum 10-12.8) im Sternbild Cassiopeia(südlich davon) zu sehen, dort ist der sogenannte Radiant. Mit etwa 59km/sec Eintrittsgeschwindigkeit haben sie eine schnellere Geschwindigkeitsrate. Am besten zu beobachten sind diese zwischen 23h und 4h morgens mit einer großen Anzahl der Objekte pro Stunde(100/h). Vor und nach dem Maximum sind circa 50 Objekte/h  zu sehen. Ursprung ist der Komet 109P/Swift-Tuttle.

Planeten im August 2019

Der Mars hat seine Sichtbarkeit derzeit beendet und ist am Taghimmel. Jupiter ist im August ein Planet der ersten Nachthälfte und seine Helligkeit verringert sich langsam auf Mag -2.2. Der Ringplanet Saturn kann fast die ganze Nacht beobachtet werden er stand in Opposition zur Sonne im Vormonat). Seine Helligkeit verringert sich ebenfalls etwas auf Mag 0.3. Der Neptun ist in diesem Monat nach Mitternacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 7.8 ist er in einem Feldstecher zu finden zwischen Mitternacht und Einbruch der Dämmerung im Sternbild Wassermann. Im September ist Neptun dann in Opposition zur Sonne und fast die ganze Nacht zu beobachten. Uranus ist in diesem Monat vor Mitternacht zu beobachten im Sternbild Widder und ab Mitte des Monats auch nach Mitternacht. Mit einem Feldstecher ist der Planet bei einer Helligkeit von Mag 5.7 gut zu finden. Die Venus bleibt nachts unter dem sichtbaren Horizont. Merkur ist ab dem 8.8 in der Morgendämmerung zu sehen mit einer Helligkeit von Mag 0.3. Er geht um 4h26 MESZ auf. Bis Mitte des Monats steigert sich die Helligkeit auf Mag -0.8 und am 23.8 auf Mag -1.3.

Asteroid/Planetoiden im August 2019

Eunomia. Im Feldstecher ist der Asteroid die ganze Nacht zu beobachten. Mit einer Helligkeit von Mag 8.2 im Sternbild Wassermann benötigen Sie einen guten Feldstecher zur direkten Beobachtung. Am 13.8 ist der Kulminationspunkt (Gipfelpunkt der Laufbahn) um 0h15. Die Entfernung beträgt derzeit 1.40 AE – Astronomische Einheit (eine AE ist 149 597 870 700 Meter).

Sternbedeckung durch den Mond

Vom 23.8 auf den 24.8 um 4h50 bedeckt der Mond den Stern Hyadum II mit einer Helligkeit des Stern von Mag 3.8 (damit mit bloßem Auge zu sehen). Austritt ist um 6h01. Vom 26.8 auf den 27.8 bedeckt der Mond den Stern Wasat mit einer Helligkeit von Mag 3.5 und ist ebenso mit bloßem Auge zu sehen. Start der Bedeckung ist um 5h57 und das Ende 6h39. Der Taghimmel dürfte dann zu hell sein um den Austritt zu sehen.

Sternbedeckung während der MoFi 21.1.19 . Aufnahme 5h44 MEZ des Sterns HIP39869. Der Stern, welcher durch den Mond bedeckt wurde, war HIP39869 mit einer Helligkeit von 8,5 mag

Doppelsterne

Im Sternbild Leier gibt es folgende Doppelsterne zu beobachten: Der Epsilon Lyr ist ein „doppelter Doppelstern“. Mit guten bloßem Auge und kleineren Feldstecher wird er als Doppelstern gesehen . Bei Verwendung von Teleskopen (ab 150mm Öffnung) entpuppt sich jeder Stern als ein Binärsystem. Die einzelnen Sterne haben eine Helligkeit von Mag 5.2 und Mag 6.1. Das System ist etwa 160 Lichtjahre entfernt. Anbei eine Aufsuchkarte im Sternbild Leier.

Auffindkarte für Epsilon Lyr

UR