Die Sternwarte Burgsolms

impressionen_2_20080522_1579079489Begleiten Sie uns auf einer faszinierenden Reise durch den Weltraum. Lassen Sie sich verführen durch den Glanz der Sterne und den Schein anderer Galaxien. Informieren Sie sich auf unseren öffentlichen Abenden oder bei einer Führung an der Sternwarte über Planeten, Sternbilder und andere interessante Objekte.

Informationen über unsere Sternwarte, die Arbeit und Geschichte des Astronomischen Arbeitskreis Wetzlar e.V. und Informationen zu unseren Veranstaltungen finden sie unter den jeweiligen Menüpunkten.

Unser aktuelles Programmheft als PDF-Download: Programm 2017-001

Geschichte

Wann genau die Geschichte der Sternwarte Burgsolms begonnen hat, ist nicht genau zu sagen. Aber angefangen haben dürfte es mit der Begeisterung des Herrn Wilhelm Weigels für die Astronomie. Dieser hatte sich bereits in den 1950er Jahren mit Astronomie beschäftigt und war dazu auch des Öfteren durch Europa gereist.

Just kurz vor der Sonnenfinsternis im Februar 1961 lernte er den Apotheker Julius Glitzner aus Solms kennen, mit dem er sich auf den Weg nach Florenz machte, um diese Sonnenfinsternis zu beobachten. Im Laufe des Jahres und bei Besuchen des Observatoriums am Wendelstein ergaben sich erste Pläne einer eigenen Sternwarte. Eine der ersten Ideen war, ein Sonnenobservatorium zu errichten.

Im Jahr 1961 stieß Herr Dr. Frevert zu den beiden Hobbyastronomen. Bei einem Besuch der Feriensternwarte Lugano im Juni 1962 entstand schliesslich die Idee, etwas vergleichbares aufzubauen und zu betreiben: eine Feriensternwarte!

Im August 1962 war es dann soweit, der Astronomische Arbeitskreis Wetzlar wurde gegründet. Sein Zweck war und ist die Errichtung einer Volkssternwarte, der Betrieb dieser und die Erwachsenenbildung im Bereich Astronomie. Im September 1962 wurde bereits mit dem Bau des Gebäudes begonnen, die Planungen für die Beobachtungsinstrumente liefen auf Hochtouren. Die Drei beschlossen ein Newton-Teleskop mit 40cm Spiegeldurchmesser und 2000 mm Brennweite als eines ihrer Instrumente zu bauen. Dieses Gerät ist immer noch als eines der Hauptgeräte in Betrieb. Die Bauarbeiten zogen sich bis 1965 hin. Im März 1964 fanden die Hobbyastronomen ihr zweites Hauptgerät, einen Coude-Refraktor der Firma Wachter, mit 150mm Öffnung und 2300mm Brennweite.

Anfang 1965 war es dann soweit, der Fertigstellungstermin des Newtons war absehbar, auch die anderen Arbeiten gingen dem Ende zu, so dass der Eröffnung der Sternwarte im Juni 1965 nichts mehr im Wege stand.

1982 wurde nördlich des Hauptgebäudes der Sternwarte ein Beobachtungsturm errichtet. Hier können heute Mitglieder ungestört vom Besucherstrom eigene Arbeiten durchführen. Zentrales Instrument im Turm ist ein gestiftetes und von Mitgliedern restauriertes Newton-Teleskop mit 1,44 Meter Brennweite und 25 cm Öffnung. Ein 4-Zoll-Leitrohr ermöglicht auch die Sonnenbeobachtung in der Projektion.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurde das Hauptgebäude der Sternwarte erheblich erweitert. Die Lücke zwischen „alter“ Sternwarte und Beobachtungsturm wurde geschlossen. Der durch Spenden finanzierte Anbau beherbergt die Astronomische Bibliothek der Sternwarte.

Heute ist die Sternwarte im Lahn-Dill-Kreis und weit darüber hinaus eine einzigartige Einrichtung, die es den Besuchern ermöglicht die Faszination der Astronomie live zu erleben. Neben den regelmäßigen öffentlichen Veranstaltungen bieten die Mitglieder anlässlich aktueller Ereignisse, die sowohl Astronomie aber auch Raumfahrt betreffen, Sondervorträge an.

Das besondere Augenmerk des Vereins liegt in der Jugend und Nachwuchsförderung. Eine eigene Jugendgruppe trifft sich regelmäßig und bekommt erste Kenntnisse im Umgang mit naturwissenschaftlichen Themen, die besonders die Astronomie betreffen, wobei auch gelegentlich Exkursionen stattfinden.

Als Kommunikationsforum für alle Mitglieder dient der „Astrotreff“, an dem auch Gäste jederzeit willkommen sind. Hier hat jeder die Möglichkeit über „sein“ Thema zu berichten und dieses im Kreis der Teilnehmer zu diskutieren. Dort findet auch ein regelmäßiger Austausch an Erfahrungen bezüglich angewandter Beobachtungs-Instrumente und Methoden statt.

 

Die Beobachtungsplattform

Newton Teleskop

Das auf der Beobachtungsplattform aufgestellte Newtonteleskop ist das leistungsfähigste Instrument der Sternwarte. Das Teleskop wurde von den Gründern der Sternwarte im Jahr 1965 selbst entwickelt und wird seit dieser Zeit durch regelmäßige Wartungen und technische Erweiterungen auf einem aktuellen technischen Stand gehalten. Mit einer Öffnung von 400 mm und einer Brennweite von 2000 mm liefert das Newton Teleskop der Sternwarte Burgsolms auch heute noch eine beeindruckende Leistung bei der Beobachtung lichtschwacher Objekte, die nur bei idealen Sichtbedingungen bis an ihre Grenzen ausgenutzt werden kann.

Refraktor

Mit einer Brennweite von 2300 mm und einer Öffnung von 150 mm ist der Coudé-Refraktor für die Beobachtung von Planeten, Mond und Sternen bei hohen Vergrößerungen ideal. Durch den doppelt umgeleiteten Strahlengang der Coudé-Optik ist ein bequemes Beobachten im Sitzen möglich, während sich bei den Newton- und Schmidt-Cassegrain-Teleskopen das Okular mindestens in einer Höhe von ca. 1,5 Metern über dem Boden befindet. Durch die günstige Okularposition ist der Coudé-Refraktor besonders gut für Kinder oder Besucher geeignet, für die Benutzung einer Stehleiter, wie beim Newton-Teleskop erforderlich, nicht in Frage kommt.

Ein computergesteuertes Schmidt-Cassegrain-Teleskop mit einer Öffnung von 300 mm vervollständigt die Instrumente auf der Beobachtungsplattform der Sternwarte Burgsolms. Das Instrument wird primär für die Deep-Sky-Beobachtung und die Astrofotografie eingesetzt.

Der Beobachtungsturm

Newton Teleskop im BeobachtungsturmDer Beobachtungsturm am nördlichen Rand  der Sternwarte wird aufgrund seines geringen Platzangebots in der Regel nicht für öffentliche Führungen eingesetzt. Unter der Beobachtungskuppel ist ein Newton-Teleskop mit einer Öffnung von 250 mm und einer Brennweite von 1440 mm fest montiert. Das Newton-Teleskop im Beobachtungsturm wird hauptsächlich zur Astrofotografie und zur Sonnenbeobachtung eingesetzt.

Für Aktivitäten außerhalb der Sternwarte verfügt der Verein über mehrere portable Teleskope und weitere kleinere Instrumente. Zu den Aufgaben des Vereins und seiner Mitglieder zählen neben der Beschäftigung mit astronomischen Themen die Öffentlichkeitsarbeit sowie der Betrieb der Sternwarte und ihrer Geräte.

Die Astronomische Bibliothek –
die Erweiterung der Sternwarte im Jahr 2009

Noch zum Jahr der Astronomie und nach 30 Monaten Bauzeit vollendete der Astronomische Arbeitskreis Wetzlar e.V. auf der Volkssternwarte Burgsolms den Neubau einer Astrobibliothek. Das besondere daran ist der frische Mut mit dem das Vorhaben gestartet und durchgezogen wurde: Denn der Verein hatte dafür kein Geld!  Es zeigte sich aber, dass mit Kreativität, Teamgeist und Öffentlichkeitsarbeit auch in schwierigeren Zeiten Unmögliches wahr werden kann.

Bibliothek

Der Bau begann im November 2007 mit der Herstellung der Bodenplatte des kellerlosen Gebäudes. Im März 2009 wurde zur Rohbaufeier geladen.

Als im April 2009 die Fenster eingebaut wurden und der Estrich gegossen wurde, konnte die Außentür gesetzt werden. Nun begann der Innenausbau. Anschlüsse für Strom, Wasser und Gas, sowie Innenputz und Bodenbelag wurden fertig gestellt. Diese Arbeiten nahmen 7 Monate in Anspruch.

Bibliothek EröffnungDie offizielle Einweihung der Bibliothek fand am 7.11.2009 mit ca. 50 geladenen Ehrengästen statt. In den neuen Räumlichkeiten konnten mehr als 2000 Bücher präsentiert werden. Zur Aktualisierung des bestehenden Buch-Sortiments stellte auf Anfrage des Vereins das Kultusministerium von Hessen einen guten Geldbetrag zur Verfügung. Bücherspenden kamen von der ESA in Darmstadt, der DLR und von Privat-Personen. Das zukünftige Augenmerk soll nicht nur auf moderne Astro-Literatur gelegt werden, sondern auch auf  historische Werke.

Wie danken allen Spendern und Förderern für die Unterstützung!