Beobachtungsobjekte November 2020

Mondphasen

Das letzte Viertel wird am 8.11.20 erreicht sein. Neumond ist dann am 15.11.20. Das erste Viertel wird am 22.11.20 erreicht sein. Am 30.11.20 ist dann wieder Vollmond.

Feldstecher Objekte im November 2020

M52 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Cassiopeia mit einer scheinbaren Helligkeit von ~Mag 7.3. Die Winkelausdehnung am Himmel beträgt 13‘. Im Feldstecher 10x50mm erscheinen etwa ein Dutzend Sterne am Himmel. Die Entfernung beträgt etwa 4600 Lichtjahre. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=23h 24m 08s und Dek= +61°35′. Im Jahre 1774 wurde das Objekt entdeckt von C. Messier als ein Komet „nahe“ dem Sternhaufen stand.

Melotte 15 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Cassiopeia. Er ist eingebettet in den Emissionsnebel IC1805, auch Herznebel genannt. Mit einem Feldstecher von 15x70mm werden circa acht Sterne zu sehen sein. Die Ausdehnung beträgt etwa 20′. Bei Verwendung eines UHC Filters ist wahrscheinlich der Nebel IC1805 etwas erkennbar. Die Entfernung beträgt ~7500 Lichtjahre. Die Sterne des Objektes sind 1.5 Millionen Jahre alt. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=2h 25m 27s und Dek= +62°01′10“.

M45 (Plejaden oder sieben Schwestern), ein offener Sternhaufen, kann man an einem guten dunklen Beobachtungsplatz 7-9 Sterne mit blossem Auge sehen, oder besser mit einem 10x50mm Feldstecher im Sternbild Stier beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von bis zu Mag 5. Die Entfernung ist etwa 444 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 110‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=3h 47m 4s und Dek= 24°07′. Das Alter ist 100 Millionen Jahre.

NGC 129 ist ein offener Sternenhaufen im Sternbild Cassiopeia. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 6.5. Die Anzahl der Sterne des Objektes beträgt 35, die hellsten Sterne sind zwischen Mag 8.6 und 9.3. Damit sind diese in einem Feldstecher ab etwa 10x50mm zu sehen. Die Entfernung beträgt etwa 9900 Lichtjahre. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=0h 29m 58s und Dek= 60°12′40“. Das Alter des Sternenhaufens beträgt 76 Millionen Jahre. Im Dezember 1788 wurde das Objekt von W. Herschel entdeckt.

Deep sky tour

NGC 7479 ist eine Balkenspiralgalaxie, die sogenannte „Superman“-Galaxie.Im Sternbild Pegasus befindet sich die mit Mag 10.9 helle Galaxie dieses Sternbildes in 114 Millionen Lichtjahre Entfernung. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 150 – 200mm Öffnung von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit etwas Details in der Struktur. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 4′x3′. Die Koordinaten sind wie folgt: RA= 23h 04m 56“ und Dek= +12 Grad 19′ 22′′. Im Oktober 1784 wurde das Objekt von W. Herschel entdeckt.

IC 351 ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Perseus mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 11.9. Die Größe beträgt 8“x 6“. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 150 – 200mm Öffnung von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit etwas Details in der Struktur. Ab 300mm Öffnung des Teleskops sind einige Details des Objektes zu sehen. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 200x sein. Die Koordinaten sind wie folgt: RA= 3h 47m 33“ und Dek= +35 Grad 02′ 49′′. Im Dezember 1890 wurde der Nebel von E. Barnard entdeckt.

IC 2003 ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Perseus mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 11.4. Die Größe beträgt 7“. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 150 – 200mm Öffnung von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit etwas Details in der Struktur. Ab 250mm Öffnung des Teleskops sind einige Details des Objektes zu sehen. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 200x sein. Die Koordinaten sind wie folgt: RA= 3h 56m 22“ und Dek= +33 Grad 52′ 29′′. Im Januar 1907 wurde der Nebel von T. Espin entdeckt.

Meteore im November 2020

Nördliche Tauriden (017 NTA). Auch wenn die Angabe eines Datums ein sichtbares Maximum andeutet haben wir es mit einem breiteren Maximum mit etwa konstanten Raten von circa 10 Tagen von Anfang bis Mitte November zu tun. Das letzte Viertel des Mondes am 8. November gibt Zeit für zahlreiche Beobachtungen. Der Aktivitätsanfang der Tauriden war am 20.10 und geht bis Mitte Dezember, genauer 10.12.20. Das Maximum wird am 12.11 erreicht sein mit (λ⊙ = 230◦). Der ZHR beträgt 5/h (Stündliche Zenitrate (von engl.: Zenithal Hourly Rate) – eine berechnete Anzahl von Meteoren eines Stromes die ein Beobachter unter Standardbedingungen sieht mit unbegrenztem Blickfeld, Radiant im Zenit und einer Grenzgröße Mag +6.5. Der Radiant liegt bei: α = 58◦, δ = +22◦. Die Objekte erscheinen eher „langsam“ am Himmel mit V∞ = 28 km/s. Der Ursprungskomet ist der 2P/Encke.

Videokameras sind dafür ebenfalls gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch trotzdem dringend empfohlen.  

Planeten im November 2020

Der Mars erscheint die ganze Nacht in dem Sternbild Fische. Er stand am 14.10.20 in Opposition zur Sonne. Die Helligkeit sinkt auf unter Mag -2 am Monatsbeginn und zum Ende auf Mag -1.1. Marsaufgang am zum Beispiel 13.11.20 ist bereits um 18h41m. Am 31.11.20 geht Mars um 5h10 unter den Horizont. Der scheinbare Durchmesser des Planeten fällt auf unter 20“ am Anfang des Monats und zum Ende auf nur noch 14.6“. Die Phase am Monatsende beträgt ~92%.

Jupiter ist im November ein Planet für die frühe erste Nachthälfte und zu beobachten im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 1.11.20 um 21h13 unter den Horizont, am 30.11 bereits um 19h45. Die Helligkeit ist Mag -2.1, der scheinbare Durchmesser ist ~35“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die erste Nachthälfte. Am 1.11.20 geht der Ringplanet um 21h37m unter den Horizont, am Monatsende um 19h54m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.6. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 16.6.“. Der Ringebene ist zu etwa 22 Grad geöffnet.

Der Neptun ist im November mit einem lichtstarken Teleskop mit starker Vergrößerung (>200x) im Sternbild Wassermann zu sehen. Am 1.11.20 geht der Planet um 2h29 unter den Horizont, am 30.11.20 bereits um 0h34. Die Helligkeit beträgt Mag 7.9. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im November im Sternbild Widder fast die ganze Nacht beobachtet werden. Die Kulminationszeiten sind am 1.11.20 um 23h59, am 30.11.20 bereits um 22h01. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.7. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.7“.

Die Venus kann im Sternbild Jungfrau (1-26.11.20) und ab dem 27.11.20 im Sternbild Waage als „Morgenstern“ beobachtet werden mit einer Helligkeit von ~Mag -4. Am 1.11.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 3h56 über den Horizont und um 5h20 am Monatsende. Der Durchmesser geht auf 11.7“ zurück zum Monatsende. Am 30. November ist die Venusscheibe zu 89% beleuchtet.

Merkur ist im November ab dem 10.11.20 morgens ab 6h31 bis zum 18.11.20 mehr als etwa 5 Grad über dem Horizont im Ostsüdosten. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag -0.6. Am 10.11.20 ist der Durchmesser des Planeten bei 6.8“. Die Merkurscheibe ist zu 58% beleuchtet.

Asteroid/Planetoiden im November 2020

(8) Flora. Am 1.11 geht Flora um ~17h58 auf. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~8.0 im Sternbild Walfisch. Bis Ende November sinkt die Helligkeit auf Mag 8.6. Sie benötigen einen guten Feldstecher mit einer Öffnung von >50mm zur direkten Beobachtung.  Die Koordinaten sind z.B. am 7.11.20 RA=2h 36m 04.s und Dek= 2°57‘35“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am zum Beispiel 27.11.20 um 22h20 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern RZ Cas im Sternbild Kassiopeia handelt es sich um einen kurzperiodischen bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 6.18 – 7.72. Die Periode ist P=1.19 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Hauptminimum dauert nur 4.9 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Ein Minimum ist am 5.11.20 um 20h50. Die Koordinaten sind RA=2h 48m 55,5s und Dek= +69Grad 38‘ 03“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 26.11.20 ab ~20h16 (Eintritt) Bedeckung durch den Mond des Sterns Ny Piscium (HIP7884) mit Mag 4.5 im Sternbild Fische, der Positionswinkel ist 337 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.89+ (zunehmende Phase).

Kometen

Der Komet 141P/Machholz bewegt sich durch das Sternbild Schild zum Sternbild Adler. Er ist am Abendhimmel vor Mitternacht voraussichtlich dann zu bewundern. Zu sehen ist er eventuell mit einem guten Teleskop (ab 200 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 12. Am 18/19.11.20 steht er dem Planetarischen Nebel IC 4846 sehr nahe zur Beobachtung, der hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 12 ebenfalls.

Besondere Ereignisse im November 2020

Am 5.11.20 bedeckt der Mond den Sternhaufen M35 im Sternbild Zwilling um 3h12. Ein Ereignis für den Feldstecher und Frühaufsteher.

Zwischen dem 9-18.11.20 ist die Milchstrasse gut zu beobachten in den Abendstunden.

Am 12.11.20 um 22h steht der Mond bei der Venus, Der Mond ist 3.1 Grad nördlich .

Am 13.11.20 steht die Mondsichel 4 Grad östlich von der Venus um ~5h.

Am 14.11.20 schmale Mondsichel morgens um 6h30 zu sehen. Desweiteren steht der Mond 5 Grad östlich vom Merkur um 6h30.

Um den 15.11 ist eventuell das Zodiakallicht zu beobachten. Zwischen 5h30 bis zur Dämmerung könnte das möglich sein.

Am 16.11 steht der Kleinplanet Vesta mit einer Helligkeit von Mag 8.0 nur 4‘ südlich der Galaxie M96 (Helligkeit Mag 9.2) um 6h15.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich langsam ansteigen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte am Sonnenrand sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Astronomietag 2020

Heute, am 24.10.20, KEINE Teilnahme von uns am Astronomietag 2020 wegen der aktuellen CoVid19 Situation. Falls Sie Möglichkeiten zur Beobachtung suchen gehen Sie auf die Seite der VdS unter https://astronomietag.de/. Bitte beachten Sie auch folgenden Hinweis auf unserer homepage unter http://www.sternwarte-burgsolms.de/archive/2176.

UR

Beobachtungsobjekte Oktober 2020

Mondphasen

Am 1.10.20 ist Vollmond. Das letzte Viertel wird am 10.10.20 erreicht sein. Neumond ist dann am 16.10.20. Das erste Viertel wird am 23.10.20 erreicht sein. Am 31.10.20 ist dann wieder Vollmond.

Feldstecher Objekte im Oktober 2020

1 Blanco ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Bildhauer in der Nähe des Sterns ζ Sculptoris. Die scheinbare Helligkeit des Objektes ist Mag 4.5. Einige der Sterne (circa 12) darin sind in einem mittleren Feldstecher (15×80-100mm) sichtbar. Der Durchmesser beträgt 90‘. Die Entfernung ist circa 850 Lichtjahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 00h 04m 3s und Dek= -29°56‘. Das Objekt wurde 1949 von V. Blanco entdeckt.

M45 (Plejaden oder sieben Schwestern), ein offener Sternhaufen, kann man an einem guten dunklen Beobachtungsplatz 7-9 Sterne mit blossem Auge sehen, oder besser mit einem 10x50mm Feldstecher im Sternbild Stier beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von bis zu Mag 5. Die Entfernung ist etwa 444 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 110‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=3h 47m 4s und Dek= 24°07′. Das Alter ist 100 Millionen Jahre.

M34 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Perseus mit einer scheinbaren Helligkeit von ~Mag 5.2. Die Winkelausdehnung am Himmel beträgt 25‘. Im Feldstecher 10x50mm erscheinen etwa ein Dutzend Sterne am Himmel. Die Entfernung beträgt etwa 1400 Lichtjahre. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=2h 42m 07s und Dek= +42°44′46″. Im Jahre 1764 wurde das Objektbeschreibung von C. Messier veröffentlicht. Die Entdeckung erfolgte durch G. Hodierna bereits 1654.

Deep sky tour

IC 1747 ist ein planetarischer Nebel.Im Sternbild Cassiopeia befindet sich der Mag 12.5 helle planetarische Nebel dieses Sternbildes in 7200 Lichtjahre Entfernung. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200 – 300mm Öffnung von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und dem zentralen Stern. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 200x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 13“. Die Koordinaten sind wie folgt: RA= 01h 58m und Dek= +63 Grad 19‘.

NGC 7009 (auch Saturnnebel genannt) ist ebenfalls ein planetarischer Nebel im Sternbild Wassermann. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 8.3 und der scheinbare Durchmesser 24“x30“. Die Entfernung ist circa 5000 Lichtjahre. Mit einem Teleskop ab etwa 60mm Öffnung ist er als Objekt wahrnehmbar. Ab 100mm Öffnung ist er als ovale Scheibe erkennbar. Ab 200 – 300mm Öffnung des Teleskopes werden Farbe und viele Details des Objektes sichtbar. Der zentrale Stern hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 12.8 und sollte mit 300mm Öffnung erreichbar sein zur Beobachtung. Die Koordinaten sind RA= 22h 04m 10s und die Dek= -11°21‘48“. Entdeckt wurde er von W. Herschel im September 1782.

Meteore im Oktober 2020

Draconiden (009 DRA). Der Mond, mit dem letzten Viertel am 10. Oktober, stört abends bei hohem Radiantenstand nicht, aber zu den angegebenen Peak Zeiten. Beobachtungen sind trotz der Mondlicht „Störung“ sehr willkommen. Die Aktivitäten finden zwischen dem 6 – 10 Oktober statt. Das Maximum ist am 8.10 mit einer ZHR von 10+/h. Die Objekte erscheinen eher „langsam“ am Himmel mit V∞ = 21 km/s. Die relativ langsamen Meteore erscheinen aus dem Kopf des Drachen zu kommen, genauer zwischen Drachen und Cepheus. Der Ursprungskomet ist der 21P/ Giacobini-Zinner.

Orioniden (008 ORI). Der Radiant ist vor Mitternacht Ortszeit ausreichend hoch über dem Horizont. Der Aktivitätsanfang der Orioniden beginnt Anfang Oktober und geht bis Anfang November, genauer 2 Oktober – 7 November 2020. Das Maximum wird am 21.10 erreicht sein. Der ZHR beträgt 20+/h. Die Objekte erscheinen eher „schneller“ am Himmel mit V∞ = 66 km/s. Der Radiant befindet sich zwischen den Sternbildern Orion und Zwillingen. Der Ursprungskomet ist der 1P/Halley.

ε-Geminiden (023 EGE). Die Aktivitäten finden zwischen dem 14 – 27 Oktober statt. Das Maximum ist am 18.10 zu erwarten. Die Objekte erscheinen eher „schneller“ am Himmel mit V∞ = 70 km/s. Der ZHR beträgt 3+/h. Der Radiant liegt bei: α = 102◦, δ = +27◦, damit in der Nähe der Orioniden.

Videokameras sind dafür ebenfalls gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch trotzdem empfohlen.  

Planeten im Oktober 2020

Der Mars erscheint die ganze Nacht in dem Sternbild Fische. Er steht in Opposition zur Sonne am 14.10.20. Die Helligkeit steigt auf Mag -2.62 an, am 31.10.20 nur noch Mag -2.2. Marsaufgang am zum Beispiel 13.10.20 ist bereits um 18h41m. Am 31.10.20 geht Mars um 5h10 unter den Horizont. Der scheinbare Durchmesser des Planeten wächst auf 22.6“. Die Phase beträgt >99%.

Jupiter ist im Oktober ein Planet für die erste Nachthälfte und zu beobachten im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 1.10.20 um 23h59 unter den Horizont, am 31.10 bereits um 21h17. Die Helligkeit ist Mag -2.1, der scheinbare Durchmesser ist ~38“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die erste Nachthälfte. Am 1.10.20 geht der Ringplanet um 23h38m unter den Horizont, am Monatsende um 21h45m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.6. Der Planetendurchmesser beträgt etwa ~16.6.“. Der Ringebene ist zu etwa 23 Grad geöffnet. Die Ringgröße ist 37.5“.

Der Neptun ist im Oktober mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann die erste Nachthälfte zu beobachten. Am 1.10.20 geht der Planet um 4h38 unter den Horizont, am 31.10.20 bereits um 2h36. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im Oktober im Sternbild Widder fast die ganze Nacht beobachtet werden. Am 1.10.20 geht er um 19h52 auf, am 31.10.20 bereits um 16h52. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.7. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.7“.

Die Venus kann im Sternbild Löwe (1-21.10.20) und ab dem 22.10.20 im Sternbild Jungfrau als „Morgenstern“ beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4. Am 1.10.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 3h35 über den Horizont. Der Durchmesser geht auf 15“ zurück. Am 15. Oktober ist die Venusscheibe zu 75% beleuchtet.

Merkur ist im Oktober nicht zu beobachten.

Asteroid/Planetoiden im Oktober 2020

(8) Flora. Anfang Oktober geht Flora um ~21h40 auf. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~8.4 im Sternbild Walfisch. Die scheinbare Helligkeit steigert sich im Laufe des Monats auf Mag 8.0. Sie benötigen einen guten Feldstecher mit einer Öffnung von >60mm zur direkten Beobachtung.  Die Koordinaten sind am 8.10.20 mit RA=3h 00m 24.3s und Dek= 4°52‘46“.

(11) Parthenope. Das Objekt steht am 26.10.20 in Opposition zur Sonne und ist daher fast die ganze Nacht zu beobachten in den Sternbildern Walfisch / Fische. Die Helligkeit ist Mag 9.3 am 23.10.20. Sie benötigen einen guten Feldstecher mit einer Öffnung von >70mm zur direkten Beobachtung. Die Koordinaten sind am 8.10.20 mit RA=2h 17m 57.7s und Dek= 5°32‘30“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am zum Beispiel 11.10.20 um 22h10 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern RZ Cas im Sternbild Kassiopeia handelt es sich um einen kurzperiodischen bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 6.18 – 7.72. Die Periode ist P=1.19 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Hauptminimum dauert nur 4.9 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Ein Minimum ist am 12.10.20 um 24h. Die Koordinaten sind RA=2h 48m 55,5s und Dek= +69Grad 38‘ 03“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 4.10.20 ab 1h37 (Eintritt) Bedeckung durch den Mond des Sterns Xi-1-Ceti(HIP10324) bis 2h56 (Austritt) mit Mag 4.4 im Sternbild Walfisch, der Positionswinkel ist 42 Grad und 253 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.96- (abnehmende Phase).

Kometen

Der Komet 88P/Howell bewegt sich durch das Sternbild Skorpion zum Sternbild Schützen. Er ist am Abendhimmel voraussichtlich dann zu bewundern in der zweiten Monatshälfte. Zu sehen ist er eventuell mit einem guten Teleskop (ab 150 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 10. Am 19/20.10.20 steht er dem Sternhaufen NGC 6520 sehr nahe zur Beobachtung, der hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 7.5.

Besondere Ereignisse im Oktober 2020

Am 3.10.20 ist die Venus dem Stern Regulus um 4h sehr nahe mit nur 10‘ Abstand. Ein Ereignis für den Feldstecher.

Am 4.10.20 ab 4h19 bedeckt eventuell der Asteroid (406) Erna den Stern HIP 15181. Dieser hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 8.1 im Sternbild Widder. Das Ereignis findet 11.3 sec statt, die kombinierte Helligkeit beider Objekte fällt um etwa Mag 6.2. Die Wahrscheinlichkeit das dieses Ereignis eintritt ist mit 68% berechnet.

Am 8.10.20.20 ist abends der Mond Europa vom Jupiter mit einem Schattentransit zu beobachten (20h36) – Verfinsterungsende.

Zwischen dem 11-20.10.20 ist die Milchstrasse gut zu beobachten ohne Mondschein.

Am 13.10.20 passiert der Mond, der abnehmend ist, den Stern Regulus im Sternbild Löwen.

Vom 16 – 28.10.20 ist eventuell das Zodiakallicht zu beobachten. Zwischen 4h bis zur Dämmerung könnte das möglich sein.

Am 26.10.20 bedeckt der Mond den offenen Sternhaufen M35 im Sternbild Zwillinge.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen aber langsam ansteigen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte am Sonnenrand sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Wichtige Informationen zur Corona Situation

Der Sternwarten Vorstand hat entschieden die Besuchsmöglichkeit der Sternwarte bis voraussichtlich Ende 2020 auszusetzen für die geplanten Termine der Beobachtungsabende und der Jugendgruppe. Daher hat das „analoge“ Veranstaltungsprogramm 2020 ebenfalls keine Gültigkeit mehr. Durch die aktuelle COVID-19 Situation sind wir gezwungen dies zu tun und bedauern das sehr. Eventuell individuell geplante Führungen in dem oben genannten Zeitraum werden verschoben auf noch zu definierende alternative Termine ab eventuell 1.1.21. Demzufolge werden bis zum 31.12.20 keine neuen Terminwünsche angenommen für diesen Zeitraum.

Alternativ suchen wir nach Möglichkeiten um bis Ende 2020 ein „Ersatzprogramm“ zu ermöglichen. Die Art und Weise, sowie mögliche Termine, werden wir dann rechtzeitig bekannt geben.

Das Telefon der Sternwarte ist mittels eines AB für Anfragen erreichbar. Wir sind weiterhin per mail sowie social media erreichbar.

Wir werden aktuelle mögliche Änderungen zum Ersatzfahrplan zeitnah auf diesem und anderen social media Kanälen mitteilen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen.

UR

Beobachtungsobjekte September 2020

Mondphasen

Am 2.9.20 ist Vollmond. Das letzte Viertel wird am 10.9.20 erreicht sein. Neumond ist dann am 17.9.20. Das erste Viertel wird am 24.9.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im September 2020

M29 / NGC 6913 ist ein offener Sternhaufen in der Mitte des Sternbild Schwan. Die scheinbare Helligkeit des Objektes ist Mag 6.6 und die Winkelausdehnung etwa 7‘ am Himmel. Einige der Sterne (ca.20) darin sind in einem mittleren Feldstecher (15x70mm) sichtbar. Die Entfernung ist circa 4000 Lichtjahre. Nehmen Sie den Stern Sadr (γ Cyg) im Norden Ihres Gesichtsfeldes des Feldstechers dann erscheint der Sternenhaufen in der Mitte. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 20h23m56s und Dek= 38°31‘24“. Das Objekt wurde 1764 von C. Messier entdeckt.

NGC 6871, ein offener Sternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit einem 10x50mm Feldstecher im Sternbild Schwan beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 5.2. Die Entfernung ist 5000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 30‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=20h05m59s und Dek= 35°46′38″. Das Objekt wurde bereits 1783 von W. Herschel entdeckt.

Stephenson 1 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Leier mit einer scheinbaren Helligkeit von ~Mag 4. Die Winkelausdehnung am Himmel beträgt 20‘. Im Feldstecher 10×50-60mm erscheinen etwa ein Dutzend Sterne am Himmel. Die Entfernung beträgt etwa 33550 Lichtjahre. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=18h53m30s und Dek= +36°55′00″. Im Jahre 1959 wurde das Objektbeschreibung von C. Stephenson veröffentlicht.

Deep sky tour

NGC 6891.Im Sternbild Delphin befindet sich der Mag 10.5 helle planetarische Nebel dieses Sternbildes in 7200 Lichtjahre Entfernung. Der Nebel liegt etwa 2.5 Grad südlich vom Stern Rho Aquila. Der zentrale Stern hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 12.4. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 150-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und dem zentralen Stern. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 0.35‘. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1884 durch R. Copeland. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=20h 15m 08s und Dek= +12 Grad 42‘ 16“.

Meteore im September 2020

ε-Perseiden (208 SPE). Der Meteorstrom ist im September visuell etwas schwierig zu verfolgen aufgrund des Mondlichtes. Der Mond im letzten Viertel am 10. September befindet sich dann weit in nördlicher Position und wird die zweite Nachthälfte merklich erhellen. Beobachtungen sind trotz der Mondlicht „Störung“ sehr willkommen. Am 9.9.20 wird das Maximum erreicht sein mit einer ZHR von 5/h.

Videokameras sind dafür ebenfalls gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch trotzdem empfohlen.  

Planeten im September 2020

Der Mars erscheint deutlich vor Mitternacht in dem Sternbild Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -2.5 an. Marsaufgang am 01.9.20 ist bereits um 21h48m und am 30.9.20 um 18h45. Der scheinbare Durchmesser des Planeten wächst auf 22.5“ an und ist dann zu ~97% beleuchtet.

Jupiter ist im September ein Planet für die erste Nachthälfte und zu beobachten im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 1.9.20 um 1h59 unter den Horizont, am 30.9 bereits um 23h03. Die Helligkeit ist Mag -2.3, der scheinbare Durchmesser ist ~43“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die erste Nachthälfte. Am 1.9.20 geht der Ringplanet um 2h43m unter den Horizont, am Monatsende um 0h42m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.3. Der Planetendurchmesser beträgt etwa ~18.“. Der Ringdurchmesser ist circa 40“.

Der Neptun ist im September mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann die ganze Nacht zu beobachten. Am 11.9.20 geht der Planet um 19h40 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im September im Sternbild Widder fast die ganze Nacht beobachtet werden. Am 1.9.20 geht er um 21h52 auf, am 30.9.20 bereits um 18h56. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.7. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.6“.

Die Venus kann im Sternbild Krebs (4.9.20) und ab dem 22.9.20 im Sternbild Löwe nach Mitternacht beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.1. Am 15.9.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 2h über den Horizont. Der Durchmesser geht auf 16“ zurück. Gegen Ende September ist die Venusscheibe zu 72% beleuchtet.

Merkur ist im September nicht zu beobachten denn der Planet hält sich südlicher als die Sonne in dem Tierkreis auf.

Asteroid/Planetoiden im September 2020

(8) Flora. Anfang September geht Flora um 23h auf. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~9.5 im Sternbild Walfisch. Die scheinbare Helligkeit steigert sich im Laufe des Monats auf Mag 8.8. Sie benötigen einen guten Feldstecher mit einer Öffnung von >60mm zur direkten Beobachtung.  Die Koordinaten sind am 8.9.20 RA=2h56m18.9s und Dek= -6°40‘42“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 3.9.20 um 22h40 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern RZ Cas im Sternbild Kassiopeia handelt es sich um einen kurzperiodischen bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 6.18 – 7.72. Die Periode ist P=1.19 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Hauptminimum dauert nur 4.9 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Die Koordinaten sind RA=2h 48m 55,5s und Dek= +69Grad 38‘ 03“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 14.9.20 ab 6h08,9 Austritt des Sterns HIP 42806 (Mag 4.7), der Positionswinkel ist 334 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.14- (abnehmende Phase).

Kometen

Der Komet C/2019 N1 (ATLAS) bewegt sich durch das Sternbild Haar der Berenike zum Sternbild Jungfrau. Er ist am Abendhimmel voraussichtlich dann zu bewundern in der ersten Monatshälfte. Zu sehen ist er eventuell mit einem guten Teleskop (ab 200 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 11.5. Anfang des Monats steht er dem Sternhaufen Melotte 111 sehr nahe zur Beobachtung.

Besondere Ereignisse im September 2020

Am 2.9.20 ist der kleinste Vollmond des Jahres da er nahe dem Apogäum steht was am 6.9.20 exakt der Fall sein wird. Er wird dann auch Micromoon genannt.

Am 14.9.20 befindet sich der Mond 4 Grad nördlich von der Venus und dem Sternhaufen M44 um 5h33.

Am 12.9.20 ist abends der Mond Ganymed vom Jupiter mit einem Schattentransit zu beobachten (22h-23h55)

Am 25.9.20 ist eine Empfehlung den Mondkrater Clavius zu betrachten. Um 23h ist der Krater eigentlich in Dunkelheit gehüllt, außer zwei Krater innerhalb des Objekts die sichtbar sind. Der Effekt heißt „die Augen des Clavius.

Am 17.9.20 ist „Earth Night 2020“. Ab 22h sollte künstliches Licht ausgeschaltet werden beziehungsweise bleiben. Um die sogenannte Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen aber langsam ansteigen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Beobachtungsobjekte August 2020

Mondphasen

Am 3.8.20 ist Vollmond. Das letzte Viertel wird am 11.8.20 erreicht sein. Neumond ist dann am 19.8.20. Das erste Viertel wird am 25.8.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im August 2020

M8 / NGC 6530 ist ein Emissions-und-Reflektionsnebel mit offenem Sternhaufen im Sternbild Schütze. Die scheinbare Helligkeit des Objektes ist Mag 6.0 und die Winkelausdehnung etwa 90’x 35‘ am Himmel. Einige der Sterne (ca.20) darin sind in einem mittleren Feldstecher (10x50mm) sichtbar. Die Entfernung ist circa 5200 Lichtjahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 18h03m6s und Dek= -24°23‘. Der Nebel wurde 1654 von G. Hodierna und der Sternhaufen 1680 von J. Flamsteed entdeckt.

M11 (Messier), ein offener Sternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit einem 10×50-60mm Feldstecher im Sternbild Schild beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 5.8. Die Entfernung ist 6000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 14‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=18h51m05s und Dek= -06° 16′ 12″. Das Objekt wurde bereits 1681 von G. Kirch entdeckt und 1764 von C. Messier katalogisiert.

M15 ( Messier) ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Pegasus mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.2. Die Winkelausdehnung am Himmel beträgt 18‘. Im Feldstecher 10×50-60mm erscheint er mit circa 7‘- 8‘ Ausdehnung am Himmel. Die Entfernung beträgt etwa 33550 Lichtjahre. Zur Auflösung einzelner Sterne benötigt man einen großen Feldstecher mit 120-150mm Öffnung da die hellsten Sterne etwa Mag 12.5 scheinbare Helligkeit haben. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=21h29m58s und Dek= +12° 10′ 01″. Im Jahre 1746 wurde das Objekt von J. Maraldi entdeckt und später von C. Messier katalogisiert.

Deep sky tour

NGC 6888.Im Sternbild Schwan befindet sich der Mag 7.5 helle Emissionsnebel dieses Sternbildes in 4700 Lichtjahre Entfernung. Der Nebel liegt etwa 2.7 Grad südwestlich vom Stern Sadr (Gamma (g) Cygni). Die drei zentralen Sterne haben eine scheinbare Helligkeit von Mag 7.2, 7.5 und 8.5. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden als sogenannter Crescent Nebel. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 18‘x13‘. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1792 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=20h 12m 06s und Dek= +38 Grad 21‘ 18“.

Meteore im August 2020

Perseiden (007 PER). Die Perseiden waren vom 17.7.20 und sind bis zum 24.8.20 aktiv. Das Maximum wird am 12.8.20 erreicht sein zwischen 13h und 16h. Generell ist eine gute Beobachtungszeit zwischen 23h und 4h morgens. Mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 59km/sec sind die Meteore recht schnelle Objekte beim Eintritt in die Atmosphäre. Die ZHR (Stündliche Zenitrate (engl.: Zenithal Hourly Rate) – eine berechnete Anzahl von Meteoren eines Stromes die ein Beobachter unter Standardbedingungen sieht bei einer Grenzgröße von Mag 6.5) beträgt dieses Jahr 110. Der „Verursacherkomet“ ist der 109P/Swift-Tuttle.

κ-Cygniden (012 KCG). Diese sind vom 3.8.20 bis etwa zum 25.8.20 aktiv. Das Maximum wird am 17.8.20 erreicht sein. Generell ist eine gute Beobachtungszeit zwischen 23h und 4h morgens. Mit einer Eintrittsgeschwindigkeit von 25km/sec sind die Meteore recht „langsame“ Objekte beim Eintritt in die Atmosphäre. Die ZHR (Stündliche Zenitrate (engl.: Zenithal Hourly Rate) – eine berechnete Anzahl von Meteoren eines Stromes die ein Beobachter unter Standardbedingungen sieht bei einer Grenzgröße von Mag 6.5) beträgt dieses Jahr 3. Der Radiant ist in Mitteleuropa die gesamte Nacht hoch über dem Horizont. Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.

 

Planeten im August 2020

Der Mars erscheint vor Mitternacht in dem Sternbild Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -1.8 an. Marsaufgang am 01.8.20 ist bereits um 23h29m und am 31.8.20 um 21h51. Der scheinbare Durchmesser des Planeten wächst auf 19“ an und ist dann zu 92% beleuchtet.

Jupiter ist im August ein Planet der fast die ganze Nacht zu beobachten ist im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 1.8.20 um 4h14 unter den Horizont, am 31.8 bereits um 1h03. Die Helligkeit ist Mag -2.6, der scheinbare Durchmesser geht von 47“ auf 44“ zurück.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Steinbock fast die ganze Nacht. Am 1.8.20 geht der Ringplanet um 4h55m unter den Horizont, am Monatsende um 1h48m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.3. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 18.“. Der Ringdurchmesser circa 41“. Der Ring des Saturn ist 22° geöffnet.

Der Neptun ist im August mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann deutlich schon vor Mitternacht zu beobachten. Am 1.8.20 geht der Planet um 22h23 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.4“.

Uranus kann im August im Sternbild Widder in der zweiten Nachhälfte beobachtet werden. Am 1.8.20 geht er um 22h54 auf. Eine Stunde später ist er dann gut zu sehen. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.7. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.6“.

Die Venus kann im Osten morgens beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.2. Am 15.8.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 1h27 über den Horizont. Der Durchmesser ist zu Mitte des Monats 24“ und wird zu Ende des Monats kleiner und runder. Gegen Mitte August ist die Venusscheibe zu 50% beleuchtet.

Merkur könnte Anfang August am Morgenhimmel im NO gefunden werden. Am 1.8.20 geht er um 4h22 über den Horizont bei einer Helligkeit von Mag -1.2.

Asteroid/Planetoiden im August 2020

(20) Massalias. Mitte August kulminiert Massalias um 2h36 und am Ende des Monats um 0h19. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~10.0 im Sternbild Wassermann. Sie benötigen einen guten Feldstecher mit einer Öffnung von >100mm zur direkten Beobachtung. Mitte August ist sie um 2h36 am höchsten über dem Horizont in diesem Monat. Am 12.8.20 findet man den Himmelskörper in der Nähe des Sterns 67 Aqr mit einer Helligkeit von Mag 6.4. Die Koordinaten sin RA=22h43,2 und Dek= -6°58‘.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 10.8.20 um 00h00 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern RZ Cas im Sternbild Kassiopeia handelt es sich um einen kurzperiodischen bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 6.18 – 7.72. Die Periode ist P=1.19 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Hauptminimum dauert nur 4.9 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Die Koordinaten sind RA=2h 48m 55,5s und Dek= +69Grad 38‘ 03“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 25.8.20 ab 20h24 Eintritt des Sterns HIP 78820a (Mag 2.6), der Positionswinkel ist 123 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.50+ (zunehmende Phase). Austritt ist dann um 21h36 mit einem Positionswinkel von 272 Grad.

Kometen

Der Komet C/2019 U6 (Lemmon) bewegt sich durch den Bootes ( Bärenhüter). Er ist am Abendhimmel dann zu bewundern. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 100 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 10. Am 2.8.20 ist er im Bereich der Galaxie NGC5217 mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 12.5.

Besondere Ereignisse im August 2020

NLC- Leuchtende Nachtwolken. Im August sind wahrscheinlich letztmalig für dieses Jahr wieder leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Diese entstehen in circa 83-85Km Höhe und können gut visuell beobachtet werden oder mit Feldstechern. Fotoaufnahmen sind möglich zum Beispiel mit DSLR Kameras mit kurzer Brennweite von circa 18-35mm und Belichtungszeiten von 10-25 sec bei ISO 800 – 1600 je nach Qualität des Himmels. Dabei sieht man zirrusähnliche Gebilde die über dem nördlichen, NW oder NO Himmel zu sehen sind.

Am 2.8.20 befindet sich der Mond circa 2.5 Grad südlich vom Jupiter gegen 1h morgens.

Am 7.8.20 gegen 4h bedeckt der Asteroid (640) Brambilla den Stern TYC 1203-01269-1. Die Bedeckung könnte maximal 12.4 sec andauern und die sogenannte kombinierte Helligkeit um etwa Mag 4.5 sich reduzieren.

Am 9.8.20 um 5h ist der Mond 3.5 Grad südwestlich vom Mars zu finden. Der Mond ist zu dem Zeitpunkt 73% beleuchtet ist.

Am 11.8.20 geht der Jupitermond Callisto vor dem Jupiter her und erzeugt einen Mondschatten zwischen 18h42UT und 22h55UT.

Am 12.8 Maximum der Perseiden. Sie oben unter Meteore.

Am 18.8.20 ab 3h30UT kann man eventuell die schmale Mondsichel mit 1% Beleuchtung sehen am O/NO Himmel.

Am 26.8-27.8 eine Empfehlung den Mondkrater Archimedes zu betrachten. Die Größe des Kraters ist 83 KM, die Koordinaten sind 4 Grad West und 29.7 Grad Nord. Das Alter ist etwa 3.5 Milliarden Jahre. Ein Teleskop ab etwa 50 mm Öffnung wäre geeignet.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Komet Neowise C/2020 F3

Der Komet C/2020 F3 (Neowise) durchlief sein Perihel am 03.07. 2020 und war mit bloßem Auge zunächst am Morgenhimmel, ab dem 13.07.2020 am Abendhimmel zu sehen. Die größte Erdnähe wird am 23.07.2020 erreicht sein. Im Unterschied zu einem Asteroiden zeigt ein Komet einen langen Schweif der gut sichtbar ist. Zu finden ist er zwischen dem Sternbild Großen Wagen im Norden und der hellen Venus im Osten nahe dem Horizont. Mittlerweile ist der Komet zirkumpolar. Dies bedeutet er geht die ganze Nacht über nicht mehr unter dem Horizont. Das ist positiv für die Beobachtung des Kometen. Nach Sonnenuntergang taucht C/2020 F3 Neowise im Nordwesten auf und bewegt sich langsam im Laufe der Nacht in Richtung Nordosten. Anbei eine Aufnahme des Kometen aus der letzten Woche sowie eine aktuelle Aufsuchkarte.

UR

Beobachtungsobjekte Juli 2020

Mondphasen

Vollmond wird am 5.7.20 sein und das letzte Viertel ist am 13.7.20. Neumond ist dann am 20.7.20. Das erste Viertel wird am 27.7.20 erreicht sein.

Feldstecher Objekte im Juli 2020

NGC 7160 (New General Catalogue) ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Kepheus. Die scheinbare Helligkeit des Sternhaufens ist Mag 6.1 und die Winkelausdehnung etwa 5’x 5‘ am Himmel. Einige der Sterne darin sind in einem kleinen Feldstecher (7×40-50mm) sichtbar. Die Entfernung ist circa 2600 Lichtjahre. Die Koordinaten zum Auffinden des Objekts sind wie folgt: RA= 21h53m42.00s und Dek= +62°35’60.0″. Das Objekt wurde 1787 von W. Herschel entdeckt.

M92 (Messier), ein Kugelsternhaufen, kann an einem guten dunklen Beobachtungsplatz als nebeliger Fleck mit einem 7x50mm Feldstecher im Sternbild Herkules beobachtet werden mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.3. Man findet M92 genau 6,3° nördlich des Sterns π Herculis. M92 enthält viele Sterne (ab 15x100mm Öffnung des Feldstechers sind erste einzelne Sterne erkennbar). Die Entfernung ist 26000 Lichtjahre. Die Winkelausdehnung beträgt 14‘ am Himmel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=17h17m07s und Dek= +43° 08′ 11″. Das Objekt wurde bereits 1777 von J. Bode entdeckt und 1781 von C. Messier „entdeckt“ und katalogisiert.

Deep sky tour

NGC 6804.Im Sternbild Adler befindet sich der Mag 12.0 helle planetarische Nebel (PN) dieses Sternbildes in 2600 Lichtjahre Entfernung. Der zentrale Stern hat eine scheinbare Helligkeit von Mag 14. Allerdings wird ein Teleskop von mindestens 200-250mm Öffnung oder grösser von Nöten sein um das Objekt zu erkennen mit Details in der Struktur und Helligkeitsunterschieden. Die zu wählende Vergrößerung am Teleskop sollte mindestens 150x sein. Die scheinbare Größe am Himmel beträgt 1‘. Die Entfernung beträgt 2900 Lichtjahre. Entdeckt wurde das Objekt bereits 1791 durch W. Herschel. Die Koordinaten sind wie folgt: RA=19h 31m 35s und Dek= +09 Grad 13‘ 31“. Er liegt nur rund 1° von einem weiteren hellen PN entfernt (NGC 6803).

Meteore im Juli 2020

Die α-Capricorniden (001 CAP) sind vom 03.07 bis 15.8 aktiv. Der Radiant (Ausstrahlungspunkt) liegt bei α = 307◦, δ = -10◦. Das Maximum wird um den 29.7.20 erwartet. Die Anzahl der Objekte wird mit 5/h (ZHR) angenommen. Die Eintrittsgeschwindigkeit ist eher „langsam“ in die Atmosphäre mit 23km/sec. Von mittleren nördlichen Breiten ist der Radiant während der gesamten Nacht über

dem Horizont. Für 001 CAP gilt der Komet 45P/Honda-MP als der Ursprungskomet. Aufgrund der relativ kleinen Eintrittsgeschwindigkeit erscheinen die Objekte als langsam am Himmel.

Videokameras sind dafür gut geeignet sowie DSLR Kameras. Meteor Scattering kann ebenfalls eingesetzt werden. Visuelles beobachten ist hier auch empfohlen.  

Planeten im Juli 2020

Der Mars erscheint vor Mitternacht in den Sternbildern Walfisch und Fische. Die Helligkeit steigt auf Mag -1.1 an. Marsaufgang am 01.7.20 ist bereits um 0h00m. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt nun 15“ und ist zu ~86.% beleuchtet.

Jupiter ist im Juli ein Planet der die ganze Nacht zu beobachten ist im Sternbild Schütze. Da geht der Gasriese am 14.7.20 um 20h14 auf. Die Helligkeit ist Mag -2.7, der scheinbare Durchmesser ist circa 47.6“.

Der Ringplanet Saturn ist zu sehen im Sternbild Schütze die ganze Nacht. Am 1.7.20 geht der Ringplanet um 21h28m über den Horizont, am Monatsende um 19h24m. Die Helligkeit ist ~Mag 0.1. Der Planetendurchmesser beträgt etwa 18.5“. Der Ringdurchmesser circa 41.9“. Der Ring des Saturn ist 21°7 geöffnet.

Der Neptun ist im Juli mit einem lichtstarken Feldstecher im Wassermann ab kurz vor Mitternacht zu beobachten. Am 1.7.20 geht der Planet um 23h25 über den Horizont. Die Helligkeit beträgt Mag 7.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 2.3“.

Uranus kann im Juli im Sternbild Widder am Morgenhimmel beobachtet werden. Am 1.7.20 geht er um 0h58 auf. Eine Stunde später ist er dann gut zu sehen. Die scheinbare Helligkeit beträgt Mag 5.8. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt allerdings nur 3.5“.

Die Venus kann im Nordosten morgens beobachtet werden mit einer Helligkeit von Mag -4.7. Am 15.7.20 erfolgt der Aufgang des Planeten um 1h57 über den Horizont. Der Durchmesser geht von 44“ auf 28“ zurück zum Ende des Monats. Gegen Ende Juli ist die Venusscheibe zu 43% beleuchtet.

Merkur taucht Ende Juli (ab 24.7.20) am Morgenhimmel im NO auf. Am 24.7.20 geht er um 3h08 über den Horizont bei einer Helligkeit von Mag 0.3 bis -0.8 zum Ende des Monats. Der scheinbare Durchmesser des Planeten beträgt 6.8“ – 7.7“. Die Phase beträgt dann 38.8%.

Asteroid/Planetoiden im Juli 2020

(7) Iris. Im Juli ist Iris um Mitternacht herum gut auffindbar. Die Helligkeit des Objektes ist Mag ~9.0 – 9.6 im Sternbild SGR (Schütze). Sie benötigen einen guten Feldstecher (Öffnung 60mm – 100mm) zur direkten Beobachtung.  Anfang Juli ist sie um 1h18 am höchsten über dem Horizont in diesem Monat. Am 10.7.20 sind die Koordinaten: RA=18h 15m 13.4sec und Dec=-20 Grad 23‘ 46“.

Veränderliche Sterne

Bei den RR Lyr im Sternbild Leier variiert die Helligkeit zwischen Mag 7.1 bis Mag 8.2 mit einer Periode von P=0.5669 Tage. Die Position ist RA = 19h 25m 27s, Dec= +42Grad 47‘ 04“. Am 3.7.20 um 00h30 ist der Veränderliche im Maximum. Eine Schätzung oder Messung der Helligkeit sollte 2-3 mal pro Nacht durchgeführt werden mit einem Feldstecher und dokumentiert werden.

Bei dem Stern U Ophiuchi im Sternbild Schlangenträger handelt es sich um einen kurzperiodisch bedeckungsveränderlichen Stern, also ein Doppelsternsystem. Die scheinbare Helligkeit schwankt zwischen Mag 5.9 – 6.6. Die Periode ist P=1.677 Tage von Maximum zu Minimum. Die Beobachtung erfolgt am besten mit einem Feldstecher ab 40mm Öffnung. Die Bedeckung dauert nur 6.5 Stunden, und in dieser Zeit ändert sich stetig die Helligkeit und damit die Lichtkurve. Die Koordinaten sind RA=17h 16m 31s und Dec= +1Grad 12‘ 38“.

Sternbedeckung durch den Mond

Am 8.7.20 ab 01h29 Eintritt des Sterns HIP106723 (Mag 4.5), der Positionswinkel ist 67 Grad am Mondrand mit einem K-Wert von 0.91- (abnehmende Phase). Austritt ist dann um 2h47 mit einem Positionswinkel von 257 Grad.

Kometen

Der Komet C/2019 U6 (Lemmon) bewegt sich vom Sternbild Löwe in die Jungfrau und dann ins Haar der Berenike. Er ist am Abendhimmel dann zu bewundern. Zu sehen ist er eventuell mit einem besseren Feldstecher/Teleskop (ab 40 – 50 mm Öffnung) mit einer scheinbaren Helligkeit von Mag 6.2 – 7.4. Am 10.7.20 steht er circa 17 Grad über dem Horizont am Ende der bürgerlichen Dämmerung.

Der Komet C/2020 F3 (Neowise) durchlief sein Perihel am 03.07. 2020 und ist mit bloßem Auge zunächst am Morgenhimmel, ab dem 13.07.2020 am Abendhimmel zu sehen. Die größte Erdnähe wird am 23.07.2020 erreicht sein. Im Unterschied zu einem Asteroiden zeigt ein Komet einen langen Schweif der gut sichtbar ist. Zu finden ist er zwischen dem Sternbild Großen Wagen im Norden und der hellen Venus im Osten nahe dem Horizont.

Besondere Ereignisse im Juli 2020

NLC- Leuchtende Nachtwolken. Im Juli sind wahrscheinlich wieder leuchtende Nachtwolken zu beobachten. Diese entstehen in circa 83-85Km Höhe und können gut visuell beobachtet werden oder mit Feldstechern. Fotoaufnahmen sind möglich zum Beispiel mit DSLR Kameras mit kurzer Brennweite von circa 18-35mm und Belichtungszeiten von 10-25 sec bei ISO 800 – 1600 je nach Qualität des Himmels. Dabei sieht man zirrusähnliche Gebilde die über dem nördlichen, NW oder NO Himmel zu sehen sind.

Am 9.7.20 befindet sich die Venus morgens gegen 4h in den Hyaden (Melotte 25).

Am 17.7.20 bilden die Venus, der Mond und der Stern Aldebaran im Osten ein Dreieck welches von den Plejaden (M45) und Melotte 25 umrahmt wird.

(925) Alphonsina. Falls Sie am 13.7.20 um ~3h26 im NO von Hessen sind könnten Sie beobachten wie der Asteroid 925 den Stern TYC 1725-00707-1 bedeckt für einen Zeitraum von ~4sec. Die Helligkeit des Objekts wird um etwa Mag 3.1 fallen in dem Zeitraum. Der 925 hat zu dem Zeitpunkt eine Helligkeit von Mag 13.6 und der Stern TYC von Mag 10.6. Dieser Stern TYC befindet sich innerhalb eines Rechteckes im Sternbild Pegasus. Zur Beobachtung benötigen Sie allerdings ein Teleskop ab einer Öffnung von 300mm.

Sonne. In den kommenden Monaten wird die Sonnenfleckenrelativzahl wahrscheinlich auf einem niedrigen Niveau verweilen. Eventuell kleinere Gruppen und/oder H-alpha Objekte sowie Sonnenfackeln könnten beobachtet werden.

UR

Venusbedeckung durch den Mond 19.6.20

Im Rahmen der Venusbedeckung durch den Mond am 19.6.20 trafen sich früh morgens zwei Mitglieder der Sternwarte zum gemeinsamen Beobachten und Fotografieren dieses Ereignisses bei einer „Aussensternwarte“. Ziel war es dabei den „Kontakt“ der Venus und des Mondes mittels eines Newton mit 8“/800mm festzuhalten. Die verwendeten technischen Daten waren ISO100 mit 1/1600 Sekunde. Zur visuellen Beobachtung diente ein „alter“ C5. Verschiedene Filter zur Kontraststeigerung wurden eingesetzt. Anbei die Ergebnisse.

Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20
Venus und Mond am 19.6.20

UR/TD

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Beobachtung von Leuchtenden Nachtwolken

Textfeld: Abbildung  1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca
1: NLCs am 21.06.2019 in Mittelhessen, Fotograf: Alexander Valenca

Leuchtende Nachtwolken (NLCs – noctilucent clouds) waren noch vor wenigen Jahren ein Phänomen, das eher in spezialisierten Kreisen bekannt war. Mehr und mehr wird jedoch in den sozialen Netzwerken und öffentlichen Medien daüber berichtet. Da für uns Hobbyastronomen die Wochen um Mittsommer in hiesigen Breitengraden keine dunklen Nächte bereitstellen, ist die Beobachtung von NLCs eine alternative Tätigkeit, weshalb auch in astronomischen Foren regelmäßig über NLC-Sichtungen berichtet wird. Seit einigen Jahren weisen wir im Rahmen unserer Öffentlichen Abende regelmäßig auf diese Erscheinungen hin.

Die Erdatmosphäre

2: Die Schichten der Erdatmosphäre. Quelle: meteo.fisica.eu.uy


Die Erdatmosphäre teilt sich in verschiedene Schichten:

 Die Troposphäre ist die Schicht, in der sich das Wettergeschehen abspielt. Sie ist konvektiv durchmischt und enthält viel Wasser. Durch adiabatische Konvektion sinkt die Lufttemperatur mit steigender Höhe. Dadurch kondensiert das Wasser mit zunehmender Höhe aus, bis in der Tropopause (je nach Breitengrad und Jahreszeit in ca. 10 bis 15 km Höhe) ein Temperaturminimum erreicht wird.

 In der darüberliegenden Stratosphäre wird die Temperatur zunehmend durch Absorption von UV-Strahlung (Ozonbildung) bestimmt. Mit steigender Höhe nimmt die Temperatur daher wieder zu. Das Temperaturminimum der Tropopause  bildet eine natürliche Barriere für Wasserdampf, weshalb die Stratosphäre sehr trocken ist und stratosphärische Wolken nur in Ausnahmefällen beobachtet werden können (Polare Stratosphärenwolken).

 Die Stratopause bildet die Grenze zur Mesosphäre, hier nimmt die Absorption von UV-Licht durch Sauerstoff aufgrund der abnehmenden Dichte  wieder ab.

In der Mesosphäre gibt es eine großskalige Luftmassenzirkulation zwischen den Erdpolen. Am Sommerpol steigen die Luftmassen auf, werden zum Winterpol transportiert, und fallen dort wieder ab. Dieser Transport ist saisonal ausgeprägt.

Die Mesopause in ca. 80 bis 85 km Höhe bildet die Grenze zur darüberliegenden Thermosphäre, die einen Teil der Ionosphäre darstellt. Hier befindet sich ein Temperaturminimum. Am Sommerpol können um Mittsommer Temperaturen von unter -140°C erreicht werden. Diese Temperatur schwankt stark saisonal, aufgrund der in der Mesosphäre vorherrschenden Luftmassenzirkulationen. Auch der Sonnenzyklus hat einen Einfluss auf die Temperaturen in der Mesopause, während des solaren Minimums wird es dort besonders kalt. Dies ist sicherlich mit ein Grund für die in den letzten Jahren gestiegenen Sichtungen von NLCs. In wiefern der anthropogene Klimawandel einen Einfluss auf die Abläufe in der Mesosphäre hat ist Gegenstand aktueller Forschung.

Die Thermosphäre bildet den Übergang zum Weltraum und erstreckt sich bis in ca. 500 km Höhe, wo sie an die Exosphäre grenzt. In der Thermosphäre bewegen sich die Gasteilchen nahezu stoßfrei auf ballistischen Bahnen, weshalb hier auch keinerlei Konvektionsprozesse mehr stattfinden. Die vertikale Zusammensetzung der Thermosphäre wird daher durch die Atom- und Molekülmassen und die kinetischen Energien bestimmt. In der Thermosphäre befinden sich bereits tiefe Satelliten. Hier treten auch die Polarlichter auf.

Was sind NLCs?

In der Mesopause ist der Wassergehalt sehr gering. Dieses Wasser wird etwa durch Meteore oder Vulkaneruprionen dort eingetragen, aber auch durch anthropogene Quellen (z.B. Methanfreisetzung, Abgase aus der Raumfahrt, u.v.m). Im polaren Sommer, wenn die Temperaturen in der Mesopause unter -120°C fallen, frieren auch die geringen Wasseranteile aus und bilden Eiskristalle von Größen bis zu 100 nm. Diese Eispartikel rieseln dann langsam in die Mesosphäre ab, wo sie sich bei steigenden Temperaturen wieder auflösen. Textfeld: Abbildung  3: Beobachtbarkeit von NLCs am Himmel. Quelle: Wikipedia

Diese Wolken aus winzigen Eiskristallen sind unter normalen Umständen nicht sichtbar. Befindet sich jedoch der Beobachter und die sichtbare Troposphäre im Erdschatten, die NLCs noch im Sonnenlicht, dann werden die NLCs sichtbar. Dies ist der Fall wenn die Sonne zwischen 6° (NLCs u.U. Bis über den Zenit) und 12° (NLCs tief am Horizont) unter dem Horizont steht.

Vorhersage und Beobachtung von NLCs

4: OSWIN-Echo vom 06.06.2020, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Lattek/IAP

Eine zuverlässige Vorhersage zum Auftreten von NLCs gibt es nicht. Jedoch lässt sich statistisch eine Wahrscheinlichkeit angeben, mit der die Erscheinungen in der kommenden Nacht auftreten [1]. Ist also klarer Himmel angesagt mit guter Sicht nach Norden, dann lohnt sich ein Blick auf das Ostsee-Wind-Radar (OSWIN) [2] des IAP Kühlungsborn. Liefert das Radar in der Mesosphäre Echos, ist von einer bestehenden Wahrscheinlichkeit auszugehen. Je später am Abend noch Signale detektiert werden, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von NLCs. Eine tägliche Prognose gibt Stefan Krause gegen 21:30 im Meteoros-Forum ab [4].

Zusätzlich kann das Juliusruh MF-Radar des IAP [4] zu Rate gezogen werden, welches Informationen zu den zonalen und meridionalen Luftströmungen in der Mesosphäre bietet. Bei günstigen Bedingungen (langanhaltende südwärts gerichtete Strömung zwischen 80 und 90 km Höhe = negative zonale Geschwindigkeit) sind die Chancen auf das Erscheinen von NLCs erhöht.

Zu guter Letzt bietet sich das NLC-Forum auf Meteoros als Informationsquelle an, dort sind geeignete Webcams verlinkt, und Sichtungen werden von der Community zeitnah gemeldet.

Zum Beobachten und Fotografieren von NLCs sei gesagt, dass die Erscheinungen in unseren Breitengraden zwei Mal pro Nacht auftreten können: Im Abend- und im Morgensektor. Am 21. Juni 2019 waren hier bereits um 22:15 NLCs bis über den Zenit sichtbar. Solche Ereignisse sind selten und treten nur alle paar Jahre auf.. Im Zenit sind die Wolken auch nicht leicht von Cirren zu unterscheiden. Mit fortschreitender Dämmerung zieht sich der Bereich möglicher Sichtbarkeit in Richtung Horizont (W bis NNO) zurück. Tiefer stehende NLCs sind deutlicher zu erkennen, da sie durch den flachen Blickwinkel optisch dichter sind. 22:30 bis 23:00 wären typische Zeiten für ihr erstes Auftreten. Man sollte auf jeden Fall bis 23:15 warten, bevor man aufgibt.  Die Sichtbarkeit kann bis gegen Mitternacht oder bei guter Horizontsicht bis in den Morgensektor anhalten.

Der Morgensektor beginnt etwa gegen 03:00, dann eher in Richtung NNW-O, und kann sich bis fast. 04:30 hinziehen. Am 20. Juni 2020 waren NLCs noch nach 04:15 sichtbar.


Aufgrund der großen Ausdehnung der NLCs empfiehlt sich bei der Fotografie die Verwendung eines Weitwinkelobjektivs. Ein Stativ oder eine stabile Auflagefläche ist Pflicht. Sinnvoll sind Brennweiten zwischen 16 und 35 mm, die in Extremfällen nicht ausreichen, um die Erscheinung in Gänze festzuhalten. Es ist ratsam, sich einen dunklen Standort auszusuchen mit freiem Blick zum Nordhorizont. Besonders eindrucksvoll ist etwa eine Wasserfläche, in der sich die Formationen spiegeln.

 Auch ein Teleobjektiv kann reizvoll sein, etwa um kleinere Strukturen und Details abzulichten. Die Belichtungszeit wird möglichst manuell eingestellt. Bei moderatem ISO (100 bis ca. 800) und offener Blende sind meist gute Ergebnisse zu erzielen, die Belichtungszeiten rangieren dann im Bereich von maximal wenigen Sekunden. Die Verwendung eines Polarisations- oder Farbfilters bringt übrigens nur einen geringen Effekt, da das an den NLCs gestreute Licht unpolarisiert und kontinuierlich ist.

(HM)

weiterführende Weblinks

[1] http://leuchtende-nachtwolken.info/ als Ausgangspunkt für alle Arten von Informationen

[2] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/aktuelle-radarmessungen/oswin-mesosphaere/

[3] https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=34&t=59368&sid=e9d5c989265f377d735e8ba4fed920e3

[4] https://www.iap-kborn.de/forschung/abteilung-radarsondierungen/instrumente/mf-radare/juliusruh-mf-radar/