Uranus und Neptun im November 2018

Der Planet Uranus nähert sich der Opposition ( damit lange in der Nacht zu beobachten ) und ist als Morgenobjekt ebenfalls sichtbar. Von Wetzlar aus ist es zwischen 18:47 und 04:07 Uhr sichtbar. Es wird um 18:47 Uhr sichtbar sein, wenn er um 20 ° über den östlichen Horizont steigt, und dann um 23:25 Uhr seinen höchsten Punkt am Himmel erreicht , 50 ° über dem südlichen Horizont. Es wird ab ca. 04:07 Uhr unzugänglich, wenn er auf 21° über dem westlichen Horizont versinkt.

Mit einer Helligkeit von derzeit 5.7M (Magnitude) ist er eben noch mit dem blossen Auge sichtbar. Anfang November 2018 finden Sie den Planeten im Sternbild Aries. Siehe dazu das Beitragsbild .

 

Der Planet Neptun ist ein Beobachtungsobjekt am frühen Abend. Von Wetzlar aus ist er am Abendhimmel sichtbar und wird um 18:16 Uhr (MEZ) sichtbar, wenn der Dämmerungshimmel um 24 ° über dem südöstlichen Horizont ist. Er wird dann um 20:34 Uhr seinen höchsten Punkt am Himmel erreichen, 32 ° über dem südlichen Horizont. Er wird bis etwa 23:19 Uhr weiterhin beobachtet werden können, wenn er auf 21° über dem südwestlichen Horizont sinkt.

Mit einer Helligkeit von derzeit 7.85M (Magnitude) ist er nicht mit blossem Auge zu sehen. Dazu benötigt man einen Feldstecher oder ein Teleskop. Anfang November 2018 finden Sie den Planeten Neptun im Sternbild Aquarius.

UR

Veränderliche Sterne beobachten bis 2019 am Beispiel von VV Cep

Veränderliche Sterne oder kurz Veränderliche, sind Sterne, die von der Erde aus gesehen relativ kurzfristige Helligkeitsschwankungen aufweisen, deren Ursache nicht durch Ereignisse  im Sonnensystem erklärt werden kann. Die Helligkeit veränderlicher Sterne schwankt mit Perioden, die im Vergleich zur allgemeinen Sternentwicklung als sehr kurz anzusehen sind. Lichtwechsel können innerhalb von Stunden, Tagen bis hin zu Jahrzehnten, oder länger, beobachtet werden. Veränderliche Sterne sind Himmelskörper, deren elektromagnetische Strahlungsintensität zeitlichen Schwankungen unterliegt.

Man unterscheidet zwei unterschiedliche Arten von Veränderlichkeit:

  • Veränderliche bei der sich die Leuchtkraft des Sterns ändert
  • Veränderliche bei der die Leuchtkraft konstant, jedoch die aus Sicht der Erde sichtbare Helligkeit veränderlich ist. Ein Beispiel ist ein Bedeckungsveränderlicher, bei der ein Stern von einem Begleiter verdeckt wird.

 

Aufruf zur Beobachtung

VV Cep: Kampagne zur Beobachtung einer seltenen Bedeckung.

In den Jahren 2017 bis 2019 findet eine der seltenen Bedeckungen von VV Cep statt, dem Bedeckungsveränderlichen mit der zweitlängsten bekannten Periode (P = 20,35 Jahre). Die Bedeckung selbst dauert nahezu 2 Jahre und ist für den Zeitraum August 2017 bis Mai 2019 vorhergesagt. Auch außerhalb dieser Zeit sind Helligkeitsbeobachtungen erwünscht, insbesondere in verschiedenen Farbbereichen.
VV Cep ist deshalb besonders für Beobachter mit DSLR-Kamera bestens geeignet.

Der zeitliche Verlauf sollte den Vorhersagen nach so ablaufen:

(JD ist die Zeitangabe im so genannten Julianischem Datum, einer fortlaufenden Tageszählung)

 Ereignis  Datum  JD
 Beginn der Bedeckung (1. Kontakt)  4. August 2017  2 457 970
 Beginn der totalen Bedeckung (2. Kontakt)  27. Oktober 2017  2 458 054
 Mitte der Bedeckung  1. Juni 2018  2 458 288
 Ende der totalen Bedeckung (3. Kontakt)  6. Februar 2019  2 458 521
 Ende der Bedeckung (4. Kontakt)  16. Mai 2019  2 458 620

 

Die Angaben zur Helligkeit sollen folgende Daten enthalten: Datum und Uhrzeit, verwendete Vergleichsterne, angewandte Methode (visuelle Schätzung, DSLR-Kamera, CCD-Kamera) sowie verwendete Filter (Farbbereich).

Eine Kamera (DSLR) ist gut geeignet für die Fotometrie. VV Cep kann ohne Nachführung 10 bis 25 sec belichtet werden.
Brennweiten von 18 bis 150 mm sind anwendbar. Eine DSLR liefert Helligkeiten in blau (TB), grün (TG) und rot (TR). Kleinere Teleskope sind ebenfalls gut geeignet, allerdings ist hier eine Nachführung meist nötig.

Ein Auffindbild sehen Sie im Beitragsbild.

UR

Die Welt in der wir leben . Ein Vortrag im Industriemuseum Wetzlar neben dem Lottehof

Wir kommen auf die Welt, und die Welt ist schon da. Unsere Welt ist die Welt des Meters, geprägt von Körpergröße und Armlänge. Das Kleinste, was wir mit den Händen schaffen können, ist ein Nadelöhr, das Größte sind vielleicht die Pyramiden. Es gibt aber viel Größeres, das Universum und das ganz Kleine, die Welt der Quanten, den Makrokosmos und den Mikrokosmos. Und genau in der Mitte dazwischen, da leben wir. Irgendwann haben die Menschen angefangen, an der Welt außerhalb des Meters zu forschen. Was erwartet uns, wenn wir eine Reise ins Weltall unternehmen oder in die Welt der Atome und Quanten eindringen?  Diese Bereiche gehören zu unserer Welt, in der wir leben und sind sogar existenziell für uns. Ein Ausflug bis an den Rand unseres Forschens und Denkens, über die Grenzen des Lebens hinaus, bringt uns diese interessante und spannende Welt etwas näher.

Der Vortrag findet am 13.12.18 statt. Beginn 18h30. Veranstaltungsort:  im Industriemuseum neben dem Lottehof Wetzlar.

Der Eintritt ist frei und für warme Getränke wird gesorgt.

UR/AS

Beobachtung des Kometen 46P / Wirtanen November /Dezember 2018

Der Komet 46P / Wirtanen ist ein kurzperiodischer Komet mit einer Umlaufzeit von ca. 5 Jahren. Der Komet ist relativ klein mit einem geschätzten Durchmesser von nur 1,2 Kilometern.

 

Entdeckung

Kometen 46P / Wirtanen wurde 1948 von Carl A. Wirtanen am Lick Observatory entdeckt. Der Komet 46P gehört zu einer Gruppe von Kometen, die eine höhere Aktivität als erwartet für ihre Kerngröße aufweisen. Sie geben mehr Wasserdampf ab als eigentlich zu erwarten ist.

 

Rotationsperiode

Der Komet 46P  hat eine Rotationsperiode von 7.6h. Pro Sonnennähe verlieren Kometen ca. 0.01% bis 0.1% ihrer Masse. Für ein vollständiges Ausgasen sind wahrscheinlich mehrere 100000 Jahre notwendig.

 

2018 Perihelion

Die nächste Perihel-Passage ( der Sonnen nächste Punkt ) des Kometen Wirtanen wird am 16. Dezember 2018 stattfinden, wenn er 0,078 AE (11619463,68 Kilometer) von der Erde entfernt passieren wird. Der Komet wird voraussichtlich die Helligkeit Magnitude 3 erreichen. Dies ist die hellste Vorhersage von bekannten und zukünftigen Passagen dieses Kometen. Damit wäre der Komet gut mit dem Auge zu sehen. Davor ist er gut mit einem Feldstecher zu sehen. Dies ist derzeit auch die hellste Vorhersage für alle Kometenpassagen im Jahr 2018.

Nach einer „Kehrtwendung“ am Abendhimmel, die sich in Richtung Norden durch das Sternbild Eridanus in Richtung Taurus bewegt, verbessern sich die Dinge im November. Hier erreicht der Komet am 16. Dezember 2018 genau den Punkt, an dem er sich zwischen den Pleiaden und Hyaden befindet. Von nun an bleibt der Komet nach Sonnenuntergang für Himmelsbeobachter weit oben am Himmel in einer günstigeren Beobachtungsposition.

Anbei finden Sie eine Aufsuchkarte im Beitragsbild.

UR

Stellare Nachtobjekte zum beobachten mit Binokular ( Feldstecher ) im Oktober

Sternbild: Cassiopeia ( das Himmels W )

Koordinaten am Himmel
Rektaszension: 00h 30m 00s
Deklination: +60° 13′ 06″
Helligkeit: 6.5m
Entfernung: 5,450 LIchtjahre

 

Name : NGC129

Typ:  offener Sternhaufen

1788 von William Herschel entdeckt, befindet sich dieser spärliche, aber große Haufen fast genau in der Mitte zwischen den Sternen Beta Cassiopeiae und Gamma Cassiopeiae im Sternbild Cassiopeia. Mit einem Fernglas können Sie mindestens sechs Sterne mit Magnituden zwischen 9 und 12 sehen, obwohl es schwierig sein könnte, sie von den Hintergrundsternen im losen und zerstreuten Haufen zu unterscheiden. Suchen Sie also nach dem kleinen Dreieck, das von drei gebildet wird helle Sterne in der Mitte des Clusters. Im obenstehenden Beitragsbild ist dieses Dreieck genau unterhalb der Mitte des Rahmens zu sehen.

Ein grosser Feldstecher befindet sich dazu zum beobachten auf der Sternwarte Burgsolms.

UR

 

Meteor Aktivitäten im Detail für Oktober 2018 am Beispiel der Geminiden

ε-Geminids  (EGE) Aktiv: Oktober 14–27; Maximum: Oktober 18 (λ = 205◦); ZHR = 3; Radiant: α = 102◦, δ = +27◦; V∞ = 70 km/s; r = 3.0.

 

Ein kleinerer Meteoritenschauer mit Eigenschaften und Aktivität, die fast mit den Orioniden zusammenfallen, so dass große Sorgfalt darauf verwendet werden muss, die zwei Quellen zu trennen, vorzugsweise durch Video- oder Teleskoparbeiten oder vielleicht durch visuelle Überwachung. Der Halbmond am 18./19. Oktober wird sich einstellen, bevor der Radiant von beiden Hemisphären aus sinnvoll beobachtbar wird. Nördliche Beobachter haben einen Horizonthöhenvorteil, da sie von etwa Mitternacht an praktisch zu beobachten sind. Es besteht eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Parameter der Quelle, wobei sowohl visuelle als auch Videodaten anzeigen, dass die Spitze bis zu vier oder fünf Tage später als oben angegeben eintreten kann.

 

Die Position ist im Beitragsbild zu finden.

 

λ⊙: Solare Länge, ein genaues Maß für die Position der Erde auf ihrer Umlaufbahn, die nicht von den „Launen“ des Kalenders abhängig ist. Alle λ⊙ sind für die Tagundnachtgleiche 2000.0 angegeben.

• ZHR: Zenithal Hourly Rate, eine berechnete maximale Anzahl von Meteoren, die ein Beobachter bei vollkommen klarem Himmel (Referenzgrenzwert +6,5) mit dem Radianten im Zenit sehen würde. Diese Zahl wird in Bezug auf Meteore pro Stunde angegeben.

• V∞: Voratmosphärische oder scheinbare Geschwindigkeit, angegeben in km /s. Die Geschwindigkeiten reichen von etwa 11 km / s (sehr langsam) bis 72 km / s (sehr schnell). 40 km / s ist ungefähr die mittlere Geschwindigkeit.

• r: Der Populationsindex, ein Begriff, der aus der Meteorgrößenverteilung jedes Meteorschauers berechnet wird. r = 2,0-2,5 impliziert einen größeren Anteil hellerer Meteore als der Durchschnitt, während r über 3,0 reicher an schwächeren Meteoren ist als der Durchschnitt.

• α, δ: Koordinaten für die Radiantenposition, normalerweise maximal. α ist Rektaszension, δ ist Deklination.

UR

Meteor, Meteorit, Meteoroid – wo genau sind die Unterschiede ?

Meteor: Fachlich korrekte Bezeichnung für Sternschnuppen; Leuchterscheinung, die durch den Eintritt und das Verglühen von Meteoroiden in die Erdatmosphäre erzeugt wird.

Meteorit: Ein Meteoroid, der bei Eintritt in die Erdatmosphäre nicht vollständig verglüht und so in den Erdboden einschlägt. Etwa 10 Mal pro Jahr trifft ein Meteorit die Erde, die allermeisten Einschläge sind jedoch sehr klein und geschehen in unbewohnten Gebieten. Die Objekte können von wenigen Gramm bis im Kilo Bereich liegen.

Meteoroid: Kleine Objekte, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. Wenn ein Meteoroid in die Erdatmosphäre eintritt, verglüht er und erzeugt so einen Meteor (Sternschnuppe).

Meteorstrom: Felder mit besonders vielen Partikeln und Gesteinsbrocken, die sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. Tritt die Erde in eine solche Meteoroidenwolke ein, kommt es gehäuft zu Sternschnuppen.

Feuerkugel / Bolide: Besonders heller Meteor, dessen scheinbare Helligkeit die des hellsten Planeten (Venus) übersteigt. Es kommt vor das solche Objekte akustisch wahrnehmbar sind.

Komet: Ähnlich wie Asteroiden, aber aus flüchtigerem Material. In der Nähe der Sonne verliert der Komet kontinuierlich einen Teil seiner Masse, durch den Einfluss des Sonnenwindes bilden sich in vielen Fällen charakteristische Leuchterscheinungen: eine schalenförmige Koma und zwei Kometenschweife.

Asteroid: Wie Meteoroiden sind Asteroiden Objekte, welche die Sonne umkreisen – sie sind jedoch größer und werden deswegen auch Kleinplaneten oder Planetoiden genannt. Von den Zwergplaneten unterscheiden sie sich durch eine geringere Masse, die sich auch auf ihre Form auswirkt: Während Zwergplaneten eine annähernd runde Form annehmen, sind Asteroiden unregelmäßig geformt.

Meteorschauer: Meteorströme mit besonders hoher Aktivität (Hunderte Sternschnuppen pro Stunde). Bekannt sind die Perseiden. Die Herkunft ist der Komet 109P/Swift-Tuttle.

 

Für das verbleibende Jahr 2018 sind folgende wiederkehrende Meteorströme zu beobachten :

Name               Zeitraum              Maximum       Herkunft                  Radiant

Orioniden 19. – 23. Oktober 21. Oktober Komet Halley Orion (Orion)
Leoniden 14. – 21. November 17. November Komet 55P Temple-Tuttle Löwe (Leo)
Geminiden 07. – 17. Dezember 14. Dezember Asteroid 3200 Phaethon Zwillinge (Gemini)

(UR)

 

 

 

 

 

 

 

Totale Mondfinsternis am 27. Juli

Am Abend des 27. Juli 2018 passiert der Mond den Erdschatten. Um 21:02 MESZ geht er bereits zum Teil verfinstert auf. Schon um 21:30 Uhr beginnt die totale Phase, welche bis 23:13 Uhr andauern wird. Da der Mond bei diesem Ereignis nahezu zentral durch den Kernschatten der Erde läuft sollte diese Finsternis dunkler als die letzte erscheinen.

Auch der Mars, der unserer Erde in diesem Sommer sehr nahe kommt, kann an diesem Abend beobachtet werden.

Die Sternwarte Burgsolms öffnet bei klarem Himmel am 27. Juli  ab 21:30 Uhr zu einem  Beobachtungsabend.

Saturn und Mars am Morgenhimmel

Derzeit kann man am frühen Morgen in südlicher Richtung Saturn und Mars beobachten. Beide stehen im Sternbild Schütze und sind bereits mit blosem Auge leicht zu erkennen. Etwas weiter entfernt Richtung Westen steht der Riesenplanet Jupiter.

Das Bild unten zeigt den Himmelsanblick Richtung Süden am 22. April gegen 5:30 MESZ.

Simulation des Himmelsauschnitts mit Stellarium. Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

(AT)